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Momentaufnahme: LGBTI-Situation in Europa (Teil 1)

In ein paar Tagen ist die Reform des Ehe- und Adoptionsrechts in Luxemburg bereits sechs Monate in Kraft, am 18. Juni jährt sich die Verabschiedung der Reformen durch die Abgeordneten zum ersten mal. Nach diesem gesellschaftlichen Meilenstein im kleinen Großherzogtum und vor dem Hintergrund der jährlichen Veröffentlichung der ILGA-Europe Rainbow Map habe ich mir die aktuelle Situation der LGBTI-Minderheiten in und um Europa etwas genauer angesehen. Beginnen möchte ich mit einem Überblick der rezenten positiven Beispiele:

Irland entscheidet sich für Gleichberechtigung

Das Resultat des Referendums, welches am vergangenen Samstag bekannt gemacht wurde, schlug ein wie eine Bombe. Ganze 62,1 Prozent der irischen Wähler hatten am Vortag für eine Verfassungsreform gestimmt, welche es gleichgeschlechtlichen Paaren ebenfalls erlaubt, heiraten zu dürfen. Bisher sieht die irische Verfassung die Heirat als Bund zwischen Mann und Frau vor. Mit über 65% war die Wahlbeteiligung wesentlich höher als für die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2011 (mit damals nur 56,1%), was laut lokalen Medien auch daran lag, dass viele im Ausland lebende Iren für die Abstimmung zurück in die Heimat reisten.

Irland ist somit das erste Land weltweit, welches sich per Volksentscheid für eine Eherechtsreform ausspricht. Würde die Reform jetzt zügig in Kraft treten, wäre die grüne Insel der zwanzigste Staat, in dem gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen.

Slowenien: Parlament stimmt für die Ehe-Öffnung

Bereits am 3. März stimmte das slowenische Parlament nach einer rund sechsstündigen Debatte mit 51 zu 28 Stimmen für eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Damit ist Slowenien das erste postkommunistische Land der Welt, in dem eine Heirat zwischen gleichgeschlechtlichen Menschen möglich wird. Der Initiative einer Ehe-Öffnung, welche durch einen Vorstoß der oppositionellen Linken und mit der Unterstützung der liberalsozialen Regierungspartei zustande kam, wurde jedoch noch in den  Tagen danach auf die Probe gestellt: das slowenische Oberhaus musste über die Gesetzesänderung abstimmen und hätte das Parlament durch ein Veto zu einer erneuten Abstimmung zwingen können. Das Oberhaus entschloss sich aber mit 23 zu 14 Stimmen gegen ein solches Veto.

Kurz nach der Abstimmung im Parlament hatte die „Koalition für Kinder“ mit etwa 80.500 Unterschriften ein Referendum gegen die Ehe-Öffnung beantragt. Das slowenische Parlament entschied jedoch am 28. März 2015, die Petition aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht zuzuslassen.

Deutschland: Eine Mutti, die sich noch schwer tut und #EheFuerAlle

In Deutschland gibt es seit 2001 die Möglichkeit, als gleichgeschlechtliches Paar eine Lebenspartnerschaft einzugehen. Diese Partnerschaft wird allerdings als Ehe-Light verstanden und ist in wesentlichen Merkmalen nicht mit der Ehe gleichgesetzt, so zum Beispiel bei der Adoption (mit Ausnahme der Stiefkindadoption) oder der berufsständischen Versorgung.

In den Wochen vor dem irischen Referendum war die Gleichstellung von hetero- und homosexuellen Paaren bereits in der Diskussion. So zum Beispiel hat der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, noch vor zwei Wochen während einer Bundespressekonferenz darauf hingewiesen, dass eine „Gleichbehandlung von Homo- und Heteropaaren kein Projekt dieser Bundesregierung“ sei. Eine vollständige Gleichstellung von Ehe und Lebenspartnerschaft wird in dieser Legislaturperiode auf keinen Fall kommen, da der Koalitionsvertrag dies nicht vorsehen würde. Dieser Intervention voraus ging eine Antwort des Bundesjustizministers Heiko Maas (SPD) auf eine kleine Anfrage der Grünen, in der es hieß, dass das Grundgesetz eine Ehe-Öffnung verbieten würde. Er selbst veröffentlichte am selben Tag später ein persönliches Statement in den sozialen Netzwerken, in dem er sich wieder für die Ehe-Öffnung aussprach und der Meinung war, dass eine Grundgesetzänderung nicht zwingend notwendig sei. Dies zeigt, dass es innerhalb des Justizministeriums zwischen Beamten und Minister unterschiedliche Auffassungen über die Auslegung des Grundgesetzes und der Ehe-Öffnung an sich gibt. Es zeigt aber auch überdeutlich, wie schwer ein Vorwärtskommen auf diesem Gebiet zwischen den Koalitionspartner CDU/CSU und SPD ist.
Während andere Länder die Ehe öffnen, sträubt sich Kanzlerin Merkel gegen eine konsequente Aufwertung der Lebenspartnerschaft und denkt noch nicht einmal an eine Diskussion über die Ehe-Öffnung. Auch wenn es einige wenige Unions-Politiker gibt, die eine Ehe-Öffnung befürworten, so tut sich die Mutti doch noch sehr schwer mit dem Thema. Ihre Position hat sich seit dem Bundestagswahlkampf 2013 nicht verändert.

Geradezu zynisch mutet dann der Kommentar Seiberts an, welcher in der gestrigen Bundespressekonferenz berichtete, dass die Bundeskanzlerin sich über den großen Schritt freut, dass mit der Annahme des Gesetzesentwurfs zur „Bereinigung des Rechts der Lebenspartner“ auf eine Beendigung der Diskriminierung in allen gesellschaftlichen Bereichen weiter hingearbeitet wird. Analysiert man diesen Gesetzesentwurf, so bemerkt man, dass lediglich 23 von insgesamt 150 Ungleichheiten in 54 Gesetzen beseitigt werden. Ein großer Schritt sieht anders aus!

Dennoch: die Nachricht über das überwältigende Resultat aus dem katholischen Irland schwabbte wie ein Tsunami auf das europäische Festland über. In Deutschland ist seither so etwas wie eine Aufbruchstimmung zu registrieren. Viele Leitartikel befassten sich mit dem Votum und attestierten der eigenen Regierung unverständliches Festhalten an Traditionen, wo die Gesellschaft doch schon längst viel weiter ist. Mit einer Berichterstattung sowie einem grandiosen Kommentar der Tagesschau wurde die Debatte weiter befeuert.

Inzwischen sind eine Vielzahl an Initiativen wie Pilze aus dem Boden geschossen. Hervorzuheben wären hier zwei Online-Petitionen, welche in kürzester Zeit auf 16.800 (Openpetition.de) und 16.000 (Change.org) Unterstützer kommen, gefolgt von der erst vor ein paar Stunden online gegangenen Petition von Campact! und dem LSVD mit beachtlichen 16.000 Unterzeichner (Stand: 28.05.2015 um 17.30). Der Hashtag #Ehefueralle hat es in den vergangenen 48 Stunden auf den dritten Platz der deutschen Twitter-Trends geschafft.

Das Thema #EheFuerAlle scheint in diesen Stunden eine Eigendynamik zu entwickeln, die hoffen lässt.

Länder Im überblick:

Eine Eheschließung ist in folgenden Staaten möglich bzw. beschlossen worden:

  • Niederlande (seit 2001)
  • Belgien (seit 2003)
  • Spanien (seit 2005)
  • Kanada (seit 2005)
  • Südafrika (seit 2006)
  • Norwegen (seit 2009)
  • Schweden (seit 2009)
  • Portugal (seit 2010)
  • Island (seit 2010)
  • Argentinien (seit 2010)
  • Dänemark (seit 2012)
  • Brasilien (seit 2013)
  • Frankreich (seit 2013)
  • Uruguay (seit 2013)
  • Neuseeland (seit 2013)
  • Vereinigtes Königreich (seit 2014)
  • Luxemburg (seit 2015)
  • Finnland (tritt 2017 in Kraft)
  • Slowenien (vom Parlament beschlossen)

Homo-Ehe kontra #Ehefueralle

Immer wieder liest man in Überschriften und Artikeln von einer „Homo-Ehe“. Auch wenn schon viel zu oft darauf eingegangen wurde, möchte ich noch einmal kurz auf den Unterschied hinweisen. Während man bei der „Ehe-Öffnung“ bzw. der „Ehe für alle“ (die ihren Ursprung im französischen „Mariage pour tous“ hat) von einer Reform des gültigen Eherechts spricht, unterscheidet der Begriff „Homo-Ehe“ zwischen „Hetero-Ehe“ und einer alternativen Institution für gleichgeschlechtliche Paare, was den Schluss zulässt, dass es sich um zwei verschiedene Gesetze handelt.

Im Sinne einer Gleichbehandlung sollte es jedoch nur ein Gesetz für alle geben. In vielen Ländern ist für eine Ehe-Öffnung lediglich nur eine Gesetzesänderung nötig, da diese Gesetze die Ehe traditionell als „Bund zwischen Mann und Frau“ bzw. als „Bund zweier Partner unterschiedlichen Geschlechts“ definieren.

 

Im meinem nächsten Beitrag möchte ich auf die Schlusslichter Europas eingehen.

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Projet „Community 2.0″: Fräiwëlleger gesicht!

Am Kader vun engem Projet, deen ech den Ament fir Rosa Lëtzebuerg ausschaffen, sichen ech no Fräiwëlleger, déi a Form vun engem Interview matmaache wëllen.

Community 2.0: ëm wat geet et?

Mam Akraafttriede vun der Gesetzesreform iwwert d’Bestietnes- an d’Adoptiounsrecht ass op ee Schlaag déi gréissten Ongläichbehandlung tëscht hetero- an homosexuelle Koppelen opgehuewe ginn. Selbstverständlech bleiwen am LGBTI+ Beräich nach vill Schanteger, ewéi zum Beispill d’Bluttspenden oder ganz generell de riisen Dossier mat de Belange vun Trans-Leit etc., bestoen.

Fir déi schwul-lesbesch Communautéit dierften elo awer rosa Zäiten bevirstoen. Dëst ass fir Rosa Lëtzebuerg e Grond, fir e Bléck nohannen, op d’Wuerzelen vun der Community zu Lëtzebuerg ze geheien, den aktuellen IST-Zoustand ze diskutéieren an no vir an d’Zukunft ze kucken. Virun dësem Hannergrond wäerte mir am Hierscht 2015 eng Table Ronde organiséieren, wou mer mat verschidde Leit iwwert d’Community zu Lëtzebuerg schwätze wëllen. D’Zil vun dëser Table Ronde soll et sinn, ze kucken, wat haut dës Dags de Besoin vun LGBTI-Leit zu Lëtzebuerg sinn.

Fir dës Table Ronde virzebereeden, brauche mer iech!
Ech sichen an deem Zesummenhang Fräiwëlleger, déi a folgend Profil passen:

  • Du bass schwul / lesbesch / bi / transident
  • du wars an der Vergaangenheet bannend der Community / Szene aktiv (z.b. bei Rosa Lëtzebuerg, Kollektiv Spackelter, Rosa-Lila etc.)
  • du hues d’lëtzebuergesch Szene besicht (Chez Mike, Pyramide, Monkeys etc.)
  • du hues eng Meenung (egal op positiv oder negativ) zu der Szene zu Lëtzebuerg & am Ausland

Wéi kann ech matmaachen?

Wéi uewen erkläert, geet et drëms, fir en Interview opzehuelen. Aus dësem Interview kënnen dann eenzel Aussoen an Témoignagen, während der Table Ronde ageblend ginn, fir esou d’Podiumsdiskussioun méi interaktiv ze gestalten an d’Iwwerleedungen vun deem engen op dat anert Thema ze erméiglechen.

Wanns de interesséiert bass, da giff ech mech freeën, wanns de dech ënnert andy.maar@rosa-letzebuerg.lu giffs mellen.

 

 

Kloertext: LGBT-Rechte in der Ukraine – Ein Jahr nach Maidan

Ich wurde vom Journal gebeten, eine in etwa 3000-Zeichen große Übersicht über die aktuelle Situation von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und transidenten Menschen in der Ukraine zu geben. Hier die knappe Zusammenfassung der aktuellen Lage vor den Toren der EU:

Ende November 2013 weigerte sich der damalige Präsident Janukowitsch, das Assoziierungsabkommen mit der EU zu unterzeichnen. Die Protestmärsche, die in den von der westlichen Presse als Euromaidan bezeichneten Aufständen gipfelten, waren die Folge. Unter den vielen Demonstranten waren auch LGBT-Gruppierungen, welche sich von einer westlich geprägten Zukunft mehr Akzeptanz versprachen. Wie sieht die Ukraine nun ein Jahr später aus?

Vor nicht einmal vier Wochen fand mit dem Molodist Filmfestival eins der wichtigsten Events der ukrainischen Filmbranche statt. Während einer Vorstellung im Rahmen der LGBT-Filmreihe dieses Festivals, kam es zu Krawallen. Das Zhowten-Kino wurde dabei in Brand gesteckt. Zwei Tage später besetzten bewaffnete Uniformierte ein Kino und forderten die sofortige Beendigung der Filmvorführung. Es handelte sich hierbei um Mitglieder des Rechten Sektors, einer paramilitärischen Einheit, welche von der Front in der Ost-Ukraine zurückkamen, sich selbst nun als Helden feiern und in der Hauptstadt für den Erhalt der „nationalen Werte“ kämpfen, notfalls auch mit Gewalt.
Laut LGBT-Organisationen wäre die Zunahme von homophoben Tendenzen und eine erhöhte Gewaltbereitschaft gegenüber dieser Minderheit in den vergangenen 12 Monaten spürbar angestiegen. In den Folgen der Maidan-Bewegung entstand ein Chaos, das sich nun rechte Gruppierungen zunutze machen.
In der von Separatisten ausgerufenen Volksrepublik Donezk unterdessen verbietet man in der im Juli erlassenen Verfassung nun

nicht nur „pervertierte Formen des Zusammenlebens gleichen Geschlechts“, man will diese auch gesetzlich verfolgen. Bisher liegen ukrainischen LGBT-Organisationen allerdings noch keine Berichte vor, dass Personen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung strafrechtlich verfolgt wurden. Es bleibt jedoch zu Befürchten, dass dies nur eine Frage der Zeit sein wird.

In Kiew jedenfalls ist ein Anstieg an Flüchtlingen aus den Ost-Regionen zu verzeichnen. Büroräumlichkeiten von Organisationen müssen momentan als provisorische Zuflucht dienen.

Politische Parteien tun sich im Augenblick ebenfalls recht schwer mit diesem Thema: unter den sechs ins Parlament gewählte Parteien, machen sich Fünf für einen EU- und NATO-Beitritt stark. Allerdings ist es allein die Partei des Präsidenten Poroschenko, die sich für den Kampf gegen die Diskriminierung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und transidenten Menschen einsetzen möchte. Wie ernst dies aber gemeint ist, wird sich noch zeigen. Der Kiewer Bürgermeister, kein geringerer als Vitali Klitschko, hat sich schon dezidiert dagegen ausgesprochen, sich mit seiner Partei UDAR, welche dem Poroschenko-Block angehört, im Kampf für LGBT-Rechte einzusetzen. Die Lage bleibt weiterhin unübersichtlich.

2014-11-24_kloertext_journal

Byebye Onscholdsvermutung?

An de leschte Wochen hu sech vereenzelt Membere vun déi Gréng mat Onversteesdemech doriwwer geäussert, datt Bierger sech nach kuerz virum Vote  vun engem Gesetzestext abrénge wëllen[1] an elo, wou een dat virum Virstelle vum Text maache wëll, ass et och net gutt.

Konkret geet et hei also em d’Annonce vum Nohaltegkeetsministère, e Gesetzestext auszeschaffen, mat deem ee sech d’Méiglechkeet gëtt, fir engersäits fix an anerwärts mobil Radarsanlagen anzesetzen souwéi bestëmmten Streckenofschnëtter mat der sougenannter „Section Control“ ze iwwerwaachen. Besonnesch de leschte Punkt hu mir als Pirate kritiséiert. Och wa Radaren net onbedéngt d’Allheilmëttel schlechthin sinn, sou droën dës sécherlech zu enger Berouegeung vu geféierleche Plaze bäi. Et muss een awer mam Fakt liewen, datt bei Verschiddenen eng méi héich Duerchschnëttsgeschwëndegkeet vir an no de Radarstanduerter antriede kann. Dëst Phänomen kenne mer jo schon bei den Iwwerwaachungskameraen op den ëffentleche Plazen an der Stad, wou sech d’Geschéien op d’netiwwerwaachte Plazen an der Noperschaft verlagert huet.

Wat ganz einfach falsch ass, ass de Verglach vum Här Bausch, deen d’Section Control als eng Zort automatiséierte Polizist duerstellt. Fir de Prinzip vun der automatiséierter Streckeniwwerwaachung ze erkläeren, muss een et sech esou virstellen: op enger bestëmmter Streck ginn zwou Kameraen installéiert. Wann en Auto, Camion o.ä. elo an dëse Beräich erafiert, gëtt eng Foto gemaach, ganz egal op en dat ze séier oder mat ugemiessener Geschwëndegkeet gemaach huet. Op dëser Foto ass dann d’Nummereschëld souwéi de Fuerer ze erkennen. Um Enn vun deem Abschnitt gëtt dann nach eng Foto geholl. Dono gëtt den Zäitënnerscheet berechent, deen de Fuerer vun der éischter bis zur zweeter Foto gebraucht huet. Ass déi iwwert dem erlabten Duerchschnëtt, sou ginn d’Fotoen strofrechtlech relevant an un déi entspriechend Instanzen virugeleet. Am Fall wou een awer mat der erlabter Zäit doduerch gefuer ass, sollen déi Fotoen nees geläscht ginn. Wéi dës Läschung ausgesäit (spréch wéi definitv an a welchem Zäitraum) ass bis zum jetzegen Zäitpunkt nach net gewosst. Éier se geläscht gëtt, muss se awer onweigerlech op opmannst engem Rechner stockéiert ginn, fir déi Analys iwwerhapt maachen ze kënnen.

De Problem bei dësem Virgang ass ganz einfach deen, datt jiddwer Automobilist schon direkt ënner Verdacht steet, e potenziele Raser ze sinn. Jiddwereen, deen an dësen Streckenabschnëtt erafiert, gëtt fotograféiert. Och wann d’lëtzebuergesch Dateschutzkommissioun an dësem System keng Bedenken umellt, sou kann een als Mënsch, deem de Schutz vun de Perséinlechkeetsrechter vu jiddwer Eenzelnem um Häerz läit, nëmme géint dës Methoud sinn. Et kann net sinn, datt jiddwereen direkt emol ënner Generalverdacht gestallt a réicht no enger systematescher Kontroll d’Onschold bewise gëtt. Gëtt dësen Agrëff an d’Perséinlechkeetsrechter fir vertrietbar gehalen, ass et sécherlech nëmmen eng Fro vun der Zäit, wéini mer iwwert d’Fro diskutéieren, op mat dësen Anlagen och kontrolléiert dierf ginn, op e Gefier korrekt ugemellt ass etc.

Ganz onpassend an enttäuschend fannen ech niewebäi och, datt de Pirate virgeworf gëtt, e wichtegt a sensibelt Thema ze benotzen, fir d’Sécherheet géint Dateschtuz auszespillen.
No dëser Formuléierung beschläicht een de Verdacht, datt et ëmgedréint ass: mat Totschlag-Argumenter gëtt versicht, de gliesene Bierger Stéck fir Stéck duerchzesetzen, nom Prinzip „der Zweck heiligt die Mittel“. An dat vun enger Partei, déi direkt d’Vorratsdatespäicherung ofsetzen, Datespuersamkeet duerchsetzen a sech fir méi Schutz vun de Perséinlechkeetsrechter asetze wollt, soubal se Regierungsverantwortung huet. D’Piraten hu ni gesot, datt eis d’Stroossesécherheet net wichteg wier, mir plädéiere dofir fir méi Policepräsenz um Terrain.

[1] http://manuelhuss.wordpress.com/2014/07/26/petitioune-laanscht-dorganiseiert-zivilgesellschaft/

Haut gëtt lëtzebueresch LGBT-Geschicht geschriwen!

Haut gëtt an der Chamber d’Gesetzesreform vum Bestietnes- an Adoptiounsrecht gestëmmt. Datt dësen Dag e Meilesteen an der lëtzebuergescher LGBT-Geschicht ass, dierft wuel méi wéi kloer sinn. Grond fir mech, déi lescht Joeren nach eng Kéier Revue passéieren ze loossen.

Am September sinn et 7 Joer hir, datt de Laurent Boquet an ech zesummen d’Initiativ „…och fir eis!“ gegrënnt hunn. Ab dësem Zäitpunkt huet also mäi politescht Engagement ugefaangen. Well zu dësem Zäitpunkt d’Debatt ëm d’Opmaache vum Bestietnes fir gläichgeschlechtlech Koppelen zënter laangem verstommt war, hu mir decidéiert, aktiv ze ginn. Duerch eng Rëtsch Aktiounen, wéi zum Beispill Info-Stänn an der Stad an zu Esch hu mir Ënnerschrëfte gesammelt, mam Zil, déi politesch Responsabel dozou ze bréngen, sech dësem Thema nees unzehuelen.

No enger Zäitche krute mir do d’Ënnerstëtzung vu Rosa Lëtzebuerg, nodeems den deemolege Comité bis dohinner eng méi zréckhalend Ëffentlechkeetsaarbecht virgezunn hat. D’Konsequenz aus enger Zesummenaarbecht war dunn de Gaymat 2009, deen ënnert dem Titel „Gaymat, och fir eis!“ stattfonnt huet. Ë. a. duerch d’Ëffentlechkeetsaarbecht vun …och fir eis! a Rosa Lëtzebuerg ass d’Thema ëm d’Bestietnes ee méi grousse Punkt am Walkampf 2009 gewierscht.

No de Walen, aus deenen eng Neioplag vun enger CSV-LSAP-Leeschtung ervirgaangen ass, hu sech dës Parteien d’ambitionéiert Zil gesat, d’Reform vum Bestietnesrecht, deemols nach ouni eng direkt drugekoppelt Adoptiounsreform, bis Enn vun der Legislatiounsperiod duerchzesetzen. An der Folleg huet de François Biltgen en éischte Gesetzesprojet preparéiert.

Als Reaktioun op d’Petitioun, déi mer am Februar 2010 dem deemolege Chamberspresident Laurent Mosar iwwergin haten, goufen d’Partnerorganisatiounen „…och fir eis!“, Rosa Lëtzebuerg an d’Chamberskommissioun invitéiert, nodeems mir zesumme mat TGL en Avis zum Gesetzesprojet ausgeschafft hunn. Eng Entrevue tëscht Vertrieder vu Rosa Lëtzebuerg an TGL mam Justizminister Biltgen huet sech deem ugeschloss. Weider Konsequenzen aus dësem Treffen waren awer net de Fall. Den deemolege Justizminister ass bei sengem Projet bliwwen, mat deem en d’Bestietnes wuel opmaache wollt, d’Adoptioun awer getrennt behandlen an hei och just d’Adoption simple reforméiere wollt.

Während e puer Joer huet een dann net méi vill vun deem Gesetzesprojet héieren. Et koum en Avis zum Staatsrot, da vum Ombudscomitée fir d’Rechter vum Kand. E bedeitende Schrëtt war dann de Virstouss vum Biltgen senger Nofolgerin um Stull vum Justizministère, dem Ocatie Modert.  Dëst huet eng ganz Rei Leit iwwerrascht. E Gesamtpackage aus Reform vum Bestietnes an d’Méiglechmaache vun Adoption simple an Adoption pléniere fir gläichgeschlecht Koppelen war elo am Gespréich… a wier villäicht am Ament scho gestëmmt, wann et net Neiwalen dotëscht komm wieren.

Déi nei Regierung huet dëse Projet dann an d’juristesch Chamberskommission bruecht, wou dëse virun dräi Wochen ugeholl gouf. Ab dem Mëtteg, dierft Lëtzebuerg dat 10. Land an der EU sinn, an deem beim Bestietnes- an Adoptiounsrecht keng Ongläichbehandlung tëscht Heterosexuellen an LGBT-Koppelen méi besteet.

Firwat e Sonndeg d’Pirate wielen?

Jojo, zouginn, fir e lëtzebuergeschen Deputéierten an d’Europaparlament schécken ze kënnen, brauche mer ronn 14% vun de Stëmmen, wat grad fir eng nei a virun allem méi kleng Partei wahnsinneg schwiereg ass. Mir schléissen also e lëtzebuergescht Pirate-Mandat aus. An awer ass eng Stëmm fir d’Piratepartei keng verluere Stëmm!

Mir trieden dës Kéier fir d’zweet bei Walen un. Nodeems mer am Oktober bal ronn 3% vun de Stëmme kruten, hu mir ville Leit bewisen, datt et tatsächlech e Grond gëtt, wisou esou vill Leit eis hir Stëmm ginn hunn. Eis Käerthemen sinn Transparenz vum Staatswiesen, eng Demokratiséierung vu staatlechen Institutiounen, méi Biergerbedeelegung an e radikalen Ofbau vun diskriminéiernd Bestëmmungen. Ween awer mengt, datt dat national Fuerderunge sinn, deen iert!

D’Pirate verstinn sech, wéi soss keng aner Partei, als eng international Beweegung. Enstanen aus engem Mouvement eraus, dee sech am Ufank mat Netzpolitik, Copyrightreform an ähnleches beschäftegt huet, wësse mir méi wéi anerer d’Virdeeler vun de modernen Technologien ze schätzen. Mam Internet, enger Technik déi d’Kommunikatioun weltwäit revolutionéiert huet, ass eis Welt méi zesummegewuess. Grenze si just nach historesch Linnen, Staaten kënschtlech Konstrukter.

D‘europäesch Integratioun, e Projet deen op enger wirtschaftlecher Gemeinschaft mat selbstverständlech och sécherheetspoliteschen Hannergedanke fousst an deen no an no zu enger politescher Unioun ginn ass, ass mat eng vun de bedeitensten Evenementer an der Geschicht vum Kontinent. Während elo a ville Länner ëmmer méi europaskeptesch Stëmmen hoart ginn, stinn d’Piraten  uechtert Europa hannert dësem groussartege Projet.

Selbstverständlech muss een och vill vun de Kritike héieren a verstoen. Historesch gewuess, enstanen duerch Kompromësser tëscht den Nationalstaaten, hu mir haut e bürokratesch Monster „Bréissel“ geziicht. Mir trieden dofir dëse Sonndeg un, fir grondleeend Reformen ze fuerderen. Mir stinn an fir e staarkt EU-Parlament, dat ë.a. d’Initiativrecht muss kréien, d’Méiglechkeet also, selwer Gesetzesproposen ze maachen. Mir wëlle gäer eng demokratesch gewielte Kommissioun, déi an noer Zukunft ënnert dem Zil vun engem föderalen Europa zu enger Regierung ënnert der stänneger Kontroll vum Parlament ausgebaut soll ginn. Kommissaren musse gewielt an net vu Regierungen bestëmmt ginn. De Kandidat fir de Kommissiounspräsident muss an all Land um Walziedel stoen. Weder d’Kommissioun nach aner Institutiounen dierfen jeemols nach eng Kéier e Blankoscheck kréien, fir hannert zouenen Diren Vertreeg mat anere Staaten auszehandlen. Biergerbedeelegung muss ëmmer méiglech sinn a soll Alldag ginn!

Fir dem Usproch vun enger fairer, biergernoer an demokratescher Unioun gerecht ze ginn, wëlle mer Biergerbedeelegung zu all Ament méiglech maachen. D’europäesch Biergerinitiativ muss also konsequent ausgebaut ginn. Fir datt dëst iwwerhapt klappe kann, mussen d’Bierger informéiert ginn. All d’Dokumenter mussen ëffentlech zougänglech sinn, soufern se net d’Recht op Privatsphär vun Eenzelnen betreffen. Mir brauchen eng staark Stëmm fir Europa an der Welt, dofir wëlle mer aus dem europäeschen Baussebeoptragten e richtegen europäeschen Ausseminister maachen.
Mat enger gesamteuropäescher Truppestäerk vun 2,2 Millioune Mann, déi net nëmmen ënnerscheedlech ausgebild sinn mee och dat ënnerscheedlechst Material benotzen, si mir mat groussem Ofstand déi stäerkste Sträitkraaft op der Äerd. Wëlle mer dat? Mir si fir eng Fusioun vun den eenzelnen Arméien souwéi enger Vereenheetlechung vu Material an Ausbildung. Duerch eng zentral Koordinatioun léisst sech vill Material a Budget aspueren.

Zum Schluss verdeedege mir d’Grondrechter, déi fir all Bierger gëlle muss! All Mënsch ass d’selwecht vill wäert an muss déi selwecht Chancen hunn, onofhängeg wou e wunnt! Mir sollten ophalen, an eisem nationale Klein-Klein ze denken an eis als Europäer spieren an d’Virdeeler vun eiser Unioun endlech schätze léieren.

Firwat also elo d’Pirate wielen? Ma fir allen ze weisen, datt et Leit zu Lëtzebuerg an an aner Länner gëtt, déi fir e progressivt Europa sinn. Och wa mir dës Kéier keen Deputéiertenmandat kréien, sou ginn et an aner Länner awer e puer Mandater. Zesumme mat deenen kënne mir awer nach vill erreechen! Fir ze weisen, datt méi Demokratie an Transparenz net nëmmen méiglech mee och gewollt gëtt. An mat vill Chance mierken aner Parteien och, datt et Leit ginn, déi eis Visioun deelen an inspiréieren sech un deenen Iddien!

D’Konzept vu Vollzäitbeschäftegung muss laangfristeg iwwerduecht ginn… mäi Pro zum Grondakommes

Ech hat d’Chance, am Journal vum 9. Mee an engem Pro & Contra ze erklären, wisou d’Bedéngungslost Grondakommes och op europäeschen Niveau fir eis esou wichteg ass. Hei mäin Pro:

Für uns Piraten steht das Recht auf eine sichere Existenz und auf gesellschaftliche Teilhabe an oberster Stelle. Wir müssen jedoch der Realität ins Auge schauen: Firmen investieren in technische Entwicklungen, um günstiger und schneller produzieren zu können. Bei einem immer größeren Bevölkerungszuwachs können wir auf Dauer keine 40-Stunden-Jobs für jeden garantieren. Das Konzept der Vollzeitbeschäftigung muss bald überdacht werden. Es gibt viele Menschen, die im Benevolat, in karitativen Organisationen oder als Kunstschaffende aktiv sein möchten, dies aber neben dem lebensnotwendigen Lohnerwerb nur sehr eingeschränkt sein können. Da das Angebot an Arbeit nicht im selben Umfang ansteigen kann, werden solche Engagements unserer Meinung nach für die Gesellschaft immer wichtiger. Diese gilt es zu ermöglichen und zu unterstützen. Eine so ambitionierte Idee wie die des bedingungslosen Grundeinkommens ist jedoch ohne weiteres nicht umsetzbar, deshalb wollen wir als Zwischenetappe einen europaweiten Mindestlohn, der regional an die dortigen Gegebenheiten wie Mieten, Löhne usw. anpasst ist.

2014-05-09_Journal_Pro&Contra_Grondakommes

dp

Wat verschidde Parteien hir eege Accorde wäert sinn…

Den 14. Mäerz 2014 krut d’Piratepartei souwéi siwen aner Parteien eng eMail aus dem Generalsekretariat vun der LSAP mat enger PDF als Attachment. D’Absenderin hat hei de Walkampfaccord geschéckt, mat der Invitatioun, sech dem Accord unzeschléissen, dëst dann awer sou séier wéi méiglech ze kommunizéieren. D’feierlech Präsentatioun mat fir d’Kameraen schéin inzenéierter Signatur war 4 Deeg méi spéit an der Chamber geplangt.

Datt dësen Accord vun nëmme verschidde Parteien exklusiv ënnert sech ausgehandelt gouf, dierft mëttlerweil bekannt sinn. Sou waren, mengen Informatiounen no, nierwt der Piratepartei weder déi Lénk nach d’PID invitéiert, fir am Virfeld zesummen mat den Initiatoren iwwert d’Ausgesinn vum Accord ze verhandelen. Ech ginn dovunner aus, datt och d’KPL keng Invitatioun krut. Et ass och kee Geheimnis, datt d’Pirate sech dësem Ofkommes net ugeschloss hunn. Dëst net aus schlechtem Wëllen. Zum enge kritiséiere mir hei d’Virgoen, also d’Ausschléisse vu verschidde Parteie bei de Präparatiounsgespréicher, zum anere waren d’Beschränkungen, déi sech déi grouss an agesiesse Parteien operluecht haten fir sech selwer eng reng Käschtebrems, fir kleng Parteien awer eng enorm Aschränkung an hire souwisou scho knappe Méiglechkeeten.

Am Punkt vun der Walkampfkäschtebegrenzung beispillsweis, verpflichten sech d’Parteien, e Budget vun 65.000 Euro fir Print-Werbung, zousätzlech Reklammen am Fernseh- a Radio souwéi op Websäiten net ze iwwerschreiden. No engem Gesamtbudget vu 25.000 Euro bei de Chamberwalen vun virun mëttlerweil 7 Méint, ass esou eng Zomm fir eng Partei, déi exklusiv vu Spenden a Cotisatiounen liewt a kee Cent vun der staatlecher Parteiefinanzéierung kritt, natierlech utopesch. Eisen Europawalkampf wäerte mir mat knappen 15.000 Euro stemmen.
Eng weider Beschränkung war d’Unzuel vun de Werbeflächen. LSAP, Déi Gréng, DP, CSV an ADR verpflichten sech, net méi wéi 100 Groussflächen souwéi 200 Daachstänner duerch d’Landschaft opzestellen. Mol ganz dovunner ofgesinn, datt et wuel kaum ee gëtt, dee queesch duerch d’Land fiert, fir d’Flächen ze zielen, ass dat awer nach eng zimlech héich Zuel, déi kleng Parteien sécherlech ni iwwerschreide kënnen.

D’Parteie hu sech am Accord op de 5. Mee als Start vun hire Walkampagnen geeenegt. Déi grad genannte Werbeflächen dierfen se ab dem 2. Mee opriichte goen. Sou bedauerlech et och ass, datt LSAP, Déi Gréng, DP, CSV an ADR just knapp 3 Wochen iwwert Europa schwätze wëllen, kann eng kleng Partei et sech net erlaben, réicht an deene leschten dräi Wochen déi logistesch Erausfuerderungen unzegoen. Et mussen Werbefläche organiséiert, bepaapt an transportéiert souwéi Zeitungen a Flyere verdeelt ginn. Et stinn Table ronden un. Bis op 5, 6 Ausnahmen wäerten d’Gemengen hir Plakatpanneauen och eréicht an deene leschten 3 Wochen opstellen, wann se der iwwerhapt opstellen. Fir donierft nach an e konstruktiven Dialog mam Bierger ze trieden ass dann quasi net méi méiglech.

Fir dann erëm op den Accord zréckzekommen, sou wëllen sech déi grouss Parteien dann maximal 2 national „Toutes-boîtes“, also de Versand vu Publikatiounen un all Haushalt am Land, während der offizielle Walkampfphas erlaben. Och hei brauch d’Piratepartei näischt ze verspriechen, well bei eis ginn all d’Publikatiounen selwer duerch eis Memberen ausgedeelt, an dat leider nach laang net flächendeckend duerch d’ganzt Land.

Mir hunn haut elo den 30. Abrëll. Eppes méi wéi e Mount no der Signatur, kënne mer haut kucken, wéivill de Parteie hiren Accord nach wäert ass: zënter e Sonndeg fënnt een op verschidde Plazen laanscht d’Stroossen Daachstänner vun der CSV an zënter de Moien steet zu Bartreng an engem Rondpoint eng Groussfläch vun der DP. Gesponsort Reklammen huet een op de Soziale Netzwierker scho viru Woche gesinn, an d’LSAP-Kandidate fueren an hirem Kampagne-Tourbus duerch d’Land vun Dëppefest zu Dëppesfest.

Wat de Piraten dann och tatsächlech wéi gedoen hätt, ass de fräiwëllege Verzicht op déi sougenannt Hohlkammerplakater. Dëst ass e relativt bëllege Werbemëttel, deen sech an enger héiger Zuel uschafe a mat relativ wéinegen Ustrengend verdeele léisst. Fir d’Piraten hätt eng Ënnerschrëft ënnert dësen Accord also quasi de Verzicht vun der eenzeger Méiglechkeet vu Reklamm bedeit. Datt déi aner Ënnerzeechner och drop verzichten tréischt hei wéineg, vu datt dës d’Daachstänner a Groussflächen an de vergaangene Joeren mat der staatlecher Ënnerstëtzung uschaafe konnten an laagere konnten. Datt d’Piraten herno dunn awer onfräiwëlleg zum Verzicht vun dësem Werbemëttel gezwonge gouf, ass och bekannt. A leider ass den zoustännege a soss virun allem op Twitter sou gespréichege Minister Bausch bis haut nach eng Erklärung schëlleg, wisou dëst Verbued besteet.

Wat ass de Fazit vum Walkampfaccord? Zum enge wëll keen iwwert Europa schwätzen, dofir hunn déi grouss Parteien de Walkampf op just 3 Wochen begrenzt. Dann sollt de Walkampf fir si bëlleg ginn. Fir datt se ënnert sech, budgetsméisseg, en ähnlech deiere Walkampf féieren, hu se festgehalen, wat maximal dierf ausginn. Ech fannen et awer schäbeg, en Accord auszehandelen, d’Press ze ruffen, an sech dann awer net un d’Verspriechen ze halen.Nach méi bedenklech ass et awer, wann aner Parteien dann zum Anhale vun Deeler aus dem Accord duerch onduerchsiichteg Restriktioune vu Ministeren gezwonge ginn.

Egal, mir freeen eis elo awer op spannend dräi Wochen an iwwert eng konstruktiv Diskussioun ëm Europa.

aaa

Oppene Bréif un den Nohaltegkeetsminister François Bausch

wuelwëssend, datt et de Begrëff vun der ausserparlamentarescher Ufro un e Regierungsmember net gëtt (d’Piraten dëst awer an hirem Walprogramm fuerderen), wëll ech mech mat dësem oppene Bréif als Generalsekretär vun der Piratepartei Lëtzebuerg un Iech adresséieren.

Virgëschter krute mir vun Äerem Ministère d’Permission de Voirie, mat dëser mir ab dem 25. Mäerz Walkampfpublicitéiten laanscht d’Stroossen opstellen dierfen. Mir soen Iech Merci, datt mir dëst elo net nëmme virum Datum maachen dierfen, deen am Walkampfaccord ausgehandelt gouf, mee och virun deem Datum, dee mir bei Iech ugefrot hunn.

Mir sinn allerdéngs iwwerrascht, datt Dir eis resp. de Parteien am Allgemengen verbueden hutt, Panneauen op Luuchtepottoen resp. aner Objeten laanscht d’Stroossen opzehänken, wou et virun engem hallwe Joer fir d’Chamberwalkampagn nach erlaabt war.

Déi besoten Hohlkammerplakater stelle keng Behënnerung vun der Siicht fir Verkéiersteilnehmer duer a ginn no der Walkampfphase vun de Parteien nees agesammelt, sou datt keng Verschmotzung vun ëffentleche Flächen entsteet. D’Material selwer ass recyclebar, soufern se net vun de Parteien fir Archiv- an aner Zwecker versuergt ginn. Äer zwee Koalitiounspartner hunn dës Mëttelen während dem leschte Walkampf selwer och massiv agesat.

Dir wësst sécherlech, datt dëst grad fir kleng Parteien, déi sech exklusiv aus private Spenden finanzéieren, en essentielle Bestanddeel vun hirer Walkampfaarbecht duerstellt, mécht et dach méi wéi dräivéierel vun der Wahrnehmung op der Place public aus.

Et ass ausserdeem ganz einfach falsch, wann Dir um RTL Radio sot, datt eis Partei et net fir noutwenneg fonnt huet, bei dëse Verhandlungen dobäi ze sinn. D’Pirate goufen net emol invitéiert. Dës weideren ass och Äer Ausso falsch, datt kee benodeelegt wier well d’Spillreegele jo fir all d’Parteie gëllen. Falsch, well net all Partei esou en héige Budget huet fir ë.ä. 100 Groussflächen an 200 Daachstänneren anzesetzen, an net all Partei mat bekannte Gesiichter wéi ehemoleg Ministeren an amtéiernd Deputéiert an d’Renne start. Doriwwer eraus hunn e puer Parteien e Budget, deen et hinnen erlabt, zousätzlech Werbezäit op de Fernseh- a Radiostadiounen ze kafen, wat hinnen en zousätzleche Virdeel verschaaft.

Eis ass dann och gëschter d’Informatioun vun engem Verhandlungsteilnehmer zougedroe ginn, datt während de Verhandlungen vum Walkampfaccord, déi just ënnert verschidde Parteien am Geheime stattfond hunn, Stëmmen opkomm sinn, datt Dir dës Walkampfartikelen, eis resp. de Parteien verbidde sollt.

Ech wéilt Iech dofir folgend Froen stellen:

  1. Ass Äer Entscheedung, dëst Walkampfmëttel ze verbidden, duerch den Walkampfaccord vun de 5 gréisste Parteien inspiréiert?
    1. Wa jo, entsprécht et der Wouerrecht, datt Dir iwwert de Verhandlungsdelegéierte vun Äerer Partei esou Suggestiounen oder Fuerderungen aus dem Kreess vun dëse Verhandlungen kritt hutt ?
    2. Wa Neen, op welcher Grondlag baséiert Äer Entscheedung, dëst Verbued de Parteien opzeerleeen, wuelwëssend, datt dës Decisioun verschidde Parteie méi benodeelegt wéi anerer?
  2. Fannt Dir et ugemiess, all d’Parteien zum Anhaale vu (verschiddene) Konditiounen aus engem Walkampfaccord ze zwéngen, egal ob dës bei dësem fräiwëllege Accord matgewierkt an/oder ënnerschriwwen hunn?
  3. Gëtt et d’Méiglechkeet nach, nodréiglech eng Autorisatioun fir dëst Werbemëttel ze kréien, sou datt fir all d’Parteien déi selwescht Reegelen wéi fir d’Chamberwalen am Oktober 2013 gëllen?

 

Mat frëndleche Gréiss,

Andy Maar,
Generalsekretär vun der Piratepartei Lëtzebuerg

Homo-Ehe: Kritik der Kritik der Pro-Argumente

In der Wort-Ausgabe vom 17. März ist eine Kritik über die Pro-Argumente der Homo-Ehe zu lesen. In seinem Artikel, welcher in längerer Fassung auf der Webseite der Zeitung zu finden ist, zählt der Philosophielehrer in Ruhestand, Hubert Hausemer, Argumentklassen auf, welche häufig von Homo-Ehe-Anhänger ins Feld geführt werden  und versucht sie der Reihe nach als nicht stichhaltig zu entlarven.

Die Kritik erscheint anfangs recht sachlich, was eine willkommene Abwechslung darstellt, ist man doch sonst größtenteils religiös motiviertes Contra gewohnt. Bedenkt man die Anzahl der Argumentsklassen, stolze acht an der Zahl, so ist man überzeugt, dass der Autor sich länger mit dem Thema beschäftigt hat und eine objektive Kritik verfasst hat. Ich sollte jedoch enttäuscht werden.

Gleich zu Anfang wirft der Lehrer die zynische Frage auf, woher das plötzliche Verlangen nach einer Ehe und einer Familie rühren würde. Zynisch deshalb, da jedem klar sein dürfte, dass es noch nicht einmal 15 Jahre her ist, dass Homosexualität noch ein Tabu-Thema war. Dass sich heute viele Jugendliche relativ unbesorgt als das outen können, was sie wirklich sind, ist das Verdienst der ersten Generationen von LGBT-Aktivisten. In ihrem jahrelangen Kampf um Gleichstellung war der PACS, so sinnvoll wie er auch sein mag (immerhin hat dieser seine Vorteile und damit auch eine Berechtigung), nur eine Zwischenetappe. Von einem plötzlichen Verlangen kann also keine Rede sein.

Bei seinem ersten Beispiel versucht der Autor ein gedankliches Akrobatikkunststück um das Argument der Diskriminierung als nicht gegeben darzustellen. Der 1. Artikel der UNO-Menschenrechtserklärung, alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich, wäre nur dann zulässig, wenn sie in einer gleichen Situation sind. Da weder bei der UNO noch im Code Civil nichts näheres über die Ehe zu finden ist, wird der Code Napoleon mit einer Definition aus dem 19. Jahrundert bemüht. Und siehe da, dort ist bloß die Rede von Mann und Frau, ergo sind zwei Männer oder zwei Frauen nicht in  der selben Situation, wenn sie Anerkennung für ihre Liebe wollen. Auch wenn Herr Hausemer das Argument der Liebe nicht gelten lassen will, da es juristisch gesehen keine Relevanz hat, ist es unbestreitbar das Hauptargument!

Da für den Autor Modernität nicht immer etwas positives sein muss, gilt auch das schön hübsch gelehrt klingende Argument der Non-Malefizienz (Es schadet keinem) nicht. Neue Familienformen existieren zwar, müssen jedoch nicht unbedingt „gesetzlich gefördert werden“, da sich alte Familienbilder bewährt haben. Somit wird nicht nur gleichgeschlechtlichen Paaren sondern auch Patchworkfamilien und Familien mit Alleinerzieher als „Ausnahme der Regel“ gebrandmarkt, wobei besonders letztere eine besondere Anerkennung verdienen müssten. Es bleibt zu erwähnen, dass die Rate der Scheidungen ständig zunimmt und Alleinerzieher längst keine Seltenheit mehr sind und es oft nicht einfach haben.

Auffallend oft wird die gleichgeschlechtliche Ehe als Büchse der Pandora dargestellt. Tritt diese einmal in Kraft, ist es nur eine Frage der Zeit bis dass polygame und inzestuöse Paare das gleiche Recht fordern. Der Autor unternimmt den Versuch, die Ehe für Homosexuelle als ein Mittel zum Zweck darzustellen und so das Recht eines Kindes zu bekommen sowie der Verschaffung materieller Vorteile wie Kindergeld etc. Die ist schlicht bösartige Polemik.
Auch wenn viele den Wunsch haben sollten, einem Kind ein liebevolles Zuhause zu bieten, so ist dies keineswegs etwas Schlechtes. Es ist absolut nichts Unnatürliches daran, eine Familie gründen zu wollen.

In einem weiteren Contra-Punkt geht Herr Hausemer auf künstliche Befruchtung und Leihmutterschaft ein.  Künstliche Befruchtung wäre, da nur für heterosexuelle Paare gedacht, etwas negatives, wenn es für gleichgeschlechtliche Frauen-Paare eingesetzt werden würde. Beim Thema der Leihmutterschaft, so hat er ansatzweise Recht, wenn es darum geht, Frauen und ihre Schwangerschaft (besonders unter ausbeuterischen und unsauberen Bedingungen, oftmals gegen ihren Willen) als Dienstleistung zu missbrauchen. Dies passiert aber bereits jetzt schon häufig und ist keineswegs eine Erfindung schwuler Paare oder eine Konsequenz aus der Eheöffnung und sollten somit auch nicht als Teil dieser Diskussion sondern als separates Thema behandelt werden.

Was die Familienformen angeht, so entgeht dem Autor noch eine ganz bestimmte Form von Familie, die sich in anderen Länder bereits sehr langsam etabliert. Schwule und lesbische Paare, welche jeweils den Wunsch haben, einem Kind ein liebevolles Zuhause zu geben, finden sich zusammen und gründen so eine Großfamilie. Auch wenn dies mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die Mehrheit aller LGB-Familen darstellen wird, ist dies eine äusserst solidarische Form des Zusammenleben, in der jeder für jeden  Verantwortung übernimmt und die geschützt werden muss.

In den vergangenen Zwanzig Jahren ist bereits viel darüber diskutiert worden. Die Organisation Rosa Lëtzebuerg lädt seit Gründung im Jahr 1996 aktiv zu einer offenen Diskussion ein. In diesem Jahr feiert die Einführung der eingetragenen Partnerschaft ihr zehntes Jahr. In anderen Länder innerhalb- und außerhalb der EU ist es schwulen und lesbischen Paaren bereits möglich zu heiraten, ohne dass die Welt unterging. Es ist nun Zeit, den nächsten Schritt zu wahren! Mit Klischees kommen wir jedoch nicht weiter.

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