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Die Crux mit den sozialen Medien – Wenn Redings Maus zu rutschig wird…

Nachdem dem Podcast- und Blog „Angscht a Schrecken“ aufgefallen war, dass sich die ehemalige Vizepräsidentin Viviane Reding mit einem Like besonders in die Nesseln gesetzt hatte, wurde ich vom Journal um einen Kommentar gebeten:

Der Umgang mit der Öffentlichkeit, speziell mit den nicht mehr ganz so jungen sozialen Medien, scheint im Jahr 2016 immer noch nicht bei vielen Personen des öffentlichen Lebens ins Blut übergegangen zu sein.

Eigentlich noch im selbstverordneten „digitalen Detox“ befindlich, lieferte so am vergangenen Wochenende die ehemalige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Viviane Reding, zu deren Ressorts Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft gehörten, ein gutes Beispiel.
Wie der Podcast „Angscht a Schrecken“ herausfand und auch prompt öffentlich kritisierte, schien Frau Reding bei einem geschmacklosen Kommentar eines Artikels „auf der Maus ausgerutscht zu sein“. Der Autor des besagten Kommentars freute sich, dass wir 2018 den geldsüchtigen PD-Staat los wären. PD deswegen, „weil das ja das erste Gesetz war, welches gewählt worden war“, so der Autor weiter. Er würde sich wieder auf ein „Gesundes Land“ freuen. Man braucht nicht lange zu analysieren, um zu verstehen, dass dieser Text tatsächlich von PD’s spricht (französisch für „pédophile“, vorwiegend aber auch als Beleidigung für homosexuelle Männer gebräuchlich).

Zwei Tage später reagierte die Europaabgeordnete auf die Kritik, via Statusmitteilung über ihre öffentliche Facebook-Fanpage. Doch wer jetzt an eine Entschuldigung oder etwas Ähnliches gedacht hat, wurde enttäuscht. Sie hätte beim Überfliegen des Kommentars „DP-Staat“ gelesen und dies geliked, ohne zu erkennen, dass es sich um eine homophobe Aussage gehandelt habe und sehe sich nun als Opfer einer Drumpf-ähnlichen Rufmordkampagne von Aktivisten.

Man könnte ihr natürlich zugutehalten, dass sie in der Eile tatsächlich DP-Staat verstanden habe, bedenkt man die französische Abkürzung für „parti démocrate“, doch dies ließe den Schluss zu, dass sie im harmlosesten Fall eifrig ihre Fans mit einem Like belohnt, ohne die Kommentare überhaupt richtig gelesen zu haben. Ihr Post wurde in französischer Sprache verfasst, um so die Plausibilität ihrer Rechtfertigung zusätzlich zu unterstreichen. Schlimmstenfalls war ihr der Sinn der Botschaft aber durchaus bewusst und mit einem Like sollte so ein konservativer Wähler gebauchpinselt werden.
Ihrer Verdienste der letzten Jahre wegen, sträube ich mich jedoch zu glauben, dass eine Viviane Reding auf einer öffentlichen Plattform um die Gunst von Wähler hinter solch primitiven Aussagen buhlt oder gar deren Meinung teilt.

Wie dem auch sei. Als ehemalige Kommissarin müsste ihr bewusst sein, wie ernst das Thema Homo-, bi- und Transphobie immer noch ist. Als Mitglied des Europäischen Parlamentes dürfte ihr so auch nicht entgangen sein, wie sich das gesellschaftspolitische Klima z.b. in den östlichen EU-Mitgliedstaaten derzeit Zusehens verschlechtert.
Darüber hinaus hat jeder von uns bestimmt schon das eine oder andere Mal einen Post geliked oder geshared, ohne sich die nötige Zeit genommen zu haben, um ihn richtig durchzulesen. Es wäre also keine Schmach für eine gestandene Politikerin, dies zuzugeben und sich dafür zu entschuldigen.

Die Kritik aber in eine Rufmordkampagne Drumpf’scher Machart umzudeuten um damit einen eigenen Lapsus zu übertünchen, war die falsche Reaktion. Etwas mehr Fingerspitzengefühl hätte hier notgetan.

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Europa sieht sich gefährlicher Zerreißprobe gegenüber

Wieder einmal durfte ich im Lëtzebuerger Journal mit einem Kloertext, einem Gastkommentar also, über meine Überzeugungen sprechen:

„Freude schöner Götterfunken“, so heißt es in Schillers An die Freude, die Beethoven vier Jahrzehnte später als neunte Sinfonie vertonte. Die Europäische Union hat sich aus dieser den letzten Satz zur Europahymne auserkoren. Zwar nur als Instrumentalfassung, aber dennoch sollte das Thema Programm sein für das wohl größte Friedensprojekt der europäischen Geschichte.

Nun ist 2016 nicht mehr viel von dem Pathos der Einigkeit und Brüderlichkeit zu spüren. Nach den fetten Jahren Ende der 90er und Anfang der 00er sieht sich die Europäische Union mit der bisher größten und gefährlichsten Zerreißprobe konfrontiert. In vielen Ländern wie Ungarn und Polen vertreten konservative Regierungen einen immer nationalistischeren Weg und selbst in Gründungsländer wie Frankreich und Deutschland ist ein Aufflammen der Neuen Rechten, befeuert durch die aktuelle Flüchtlingskrise, längst kein Randphänomen mehr.

Gerade in dem Moment, wo die Europäische Union Einigkeit und Brüderlichkeit zeigen sollte, verfallen viele Mitgliedsstaaten wieder in nationalistisches Denken zurück. Während verschiedene Länder Humanität und Nächstenliebe demonstrieren und sich an der Grenze der Belastbarkeit sehen, ziehen andere Grenzzäune hoch oder setzen das Schengen-Abkommen aus, welches die freie Zirkulation innerhalt der EU garantiert. Es gibt mittlerweile ein Europa der zwei Richtungen. Stärkster Ausdruck dessen sind die Zusammenkünfte der sechs Gründungsländer Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden auf der einen Seite, sowie das Visegrád-Treffen zwischen Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn auf der anderen Seite. Die Positionen beider Gruppen könnten kaum weiter auseinander liegen und werden das Finden von Lösungen kommender Herausforderungen zusätzlich erschweren.

Nun bereitet man sich in Brüssel auf das Schlimmste vor. Sollte Griechenland, welches für viele Vertriebene als Hauptzugang zur EU angesteuert wird, seine Grenzen nicht besser schützen können, könnte eventuell das Schengen-Abkommen europaweit ausgesetzt werden, doch nicht nur für 6 Monate, so wie es die Verträge vorsehen, sondern bis zu 2 Jahren.
Blicken wir der Realität ins Auge: ab dem Tag an dem die Schlagbäume uns wieder voneinander trennen, und sei es nur durch stichprobenartige Grenzkontrollen, ist die europäische Idee gescheitert und die europäische Integration auf viele Jahren hinaus undenkbar.

Statt Grenzen bedarf es in dieser Zeit vor allem der Einheit und des Vertrauens. Wir dürfen nicht zulassen, dass die geistige Begrenztheit einiger Weniger weiterhin ihre Übersetzung in tatsächliche Grenzen findet. Wir brauchen eine gesamteuropäische Solidarität und weniger nationalistischer Egoismus. Europa braucht eine handlungsfähige Kommission, die besonders in Krisenzeiten Initiativen zum Wohl aller ergreifen kann. Die EU muss dazu genutzt werden, gesamteuropäische Lösungen zu finden. Es kann nicht sein, dass Einigkeit nur dann ausgelebt wird, wenn man von ihr profitiert und sich dann verweigert, wenn man um seinen eigenen Komfort fürchtet.
Wir müssen uns endlich und vor allem jetzt als Europäer fühlen und uns auch endlich so verhalten.

Erschienen im Lëtzebuerger Journal vom 20. Februar 2016

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Giftiges Blut

Nachdem in Frankreich ab 2016 Blutspenden für homosexuelle Männer – im Prinzip – möglich werden, sind es in Luxemburg noch weite Schritte bis zu einer Lockerung der Spenderkriterien. Das Lëtzebuerger Journal hat mich hierzu um einen Kloertext gebeten:

Die EU steht unter anderem für Vielfalt und Gleichberechtigung. Niemand darf aufgrund seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden. Was sich schön anhört, sieht in der Realität oft anders aus. Derzeit gibt es beispielsweise in 18 der 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ein komplettes Verbot einer Blutspende durch homosexuelle Männer.

Geschuldet ist diese Ungleichbehandlung vor allem einem Klischeedenken über das Sexualverhalten von Männern, die gleichgeschlechtlichen Geschlechtsverkehr praktizieren: Schwule hätten ständig wechselnde Partner und würden dabei besonders oft auf schützende Kondome verzichten.

In der Regel werden jedoch alle potenziellen Blutspender in einem Fragebogen gefragt, ob sie bereits als Mann gleichgeschlechtlichen Geschlechtsverkehr gehabt haben. Für einen Mann, der beispielsweise in einer glücklichen und monogamen Beziehung lebt oder jemand, der vielleicht sogar schon längere Zeit Single ist, ist hier schon Schluss. Man stellt also lieber freiwillig und ehrlich antwortende Menschen unter Generalverdacht und stempelt sie als Risikogruppe ab, anstelle sie nach dem persönlichen Risikoverhalten zu befragen.

In lediglich 6 der 28 EU-Mitgliedsländer gibt es auf dem Gebiet der Blutspende mittlerweile eine komplette Gleichbehandlung zwischen hetero- und homosexuellen Männern. Unter diesen Ländern sind  Portugal, Spanien, Italien, Lettland  und – wer hätte das gedacht – auch konservativere Länder wie Polen und Bulgarien.

Zur Blutspende zuglassen, jedoch erst nach Erfüllung einer sogenannten „Keuschheitsklausel“ sind Schwule in Großbritannien, Schweden, Finnland, Tschechien und Ungarn. In Frankreich und den Niederlanden wird dies ab 2016 auch gelten: Nachdem 2009 ein Franzose vor den EuGH zog und dieser im April 2015 es versäumte, eine klärende Grundlage zum Abbau einer Ungleichbehandlung für die gesamte Europäische Union zu schaffen, löst die französische Regierung nun mit dem Aufheben des Blutspenderverbots nach dem „Mariage pour tous“ ein weiteres Wahlversprechen ein. Allerdings geschieht dies in mehreren Schritten.
So muss der in Frage kommende Blutspender vorerst noch erklären, dass er in den vergangenen 12 Monaten keinen Geschlechtsverkehr mit anderen Männern hatte. Langfristig sollen die Hürden aber komplett fallen.
Einen ähnlichen Weg gehen nächstes Jahr auch die Niederländer. Auch hier sollen Schwule in Zukunft Blut spenden dürfen, ebenfalls erst nach einem Versprechen, die vergangenen 12 Monate keusch verbracht zu haben. Altruismus wird dann doch noch eine Zeit lang mit gewissen Hürden und speziellen Bedingungen bestraft. Eine Gleichbehandlung ist es also noch nicht, aber immerhin schon ein erster Schritt in die richtige Richtung!

In Luxemburg stehe eine solche Änderung jedoch noch nicht auf der Tagesordnung, so der Zuständige Direktor des Transfusionszentrums. Man müsse sich in der nächsten Zeit jedoch einige Gedanken über Konventionen mit unseren Nachbarländern machen. Da jedoch die luxemburgische Gesundheitsministerin Lydia Mutsch bereits vor einem Jahr für ein Umdenken in Richtung „persönliches Risikoverhalten“ geworben hat, sind die Erwartungen hoch, dass sich hier in den nächsten Monaten etwas dahingehend tun wird.

Erschienen im Lëtzebuerger Journal vom 3. Dezember 2015

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Momentaufnahme: LGBTI-Situation in Europa (Teil 1)

In ein paar Tagen ist die Reform des Ehe- und Adoptionsrechts in Luxemburg bereits sechs Monate in Kraft, am 18. Juni jährt sich die Verabschiedung der Reformen durch die Abgeordneten zum ersten mal. Nach diesem gesellschaftlichen Meilenstein im kleinen Großherzogtum und vor dem Hintergrund der jährlichen Veröffentlichung der ILGA-Europe Rainbow Map habe ich mir die aktuelle Situation der LGBTI-Minderheiten in und um Europa etwas genauer angesehen. Beginnen möchte ich mit einem Überblick der rezenten positiven Beispiele:

Irland entscheidet sich für Gleichberechtigung

Das Resultat des Referendums, welches am vergangenen Samstag bekannt gemacht wurde, schlug ein wie eine Bombe. Ganze 62,1 Prozent der irischen Wähler hatten am Vortag für eine Verfassungsreform gestimmt, welche es gleichgeschlechtlichen Paaren ebenfalls erlaubt, heiraten zu dürfen. Bisher sieht die irische Verfassung die Heirat als Bund zwischen Mann und Frau vor. Mit über 65% war die Wahlbeteiligung wesentlich höher als für die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2011 (mit damals nur 56,1%), was laut lokalen Medien auch daran lag, dass viele im Ausland lebende Iren für die Abstimmung zurück in die Heimat reisten.

Irland ist somit das erste Land weltweit, welches sich per Volksentscheid für eine Eherechtsreform ausspricht. Würde die Reform jetzt zügig in Kraft treten, wäre die grüne Insel der zwanzigste Staat, in dem gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen.

Slowenien: Parlament stimmt für die Ehe-Öffnung

Bereits am 3. März stimmte das slowenische Parlament nach einer rund sechsstündigen Debatte mit 51 zu 28 Stimmen für eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Damit ist Slowenien das erste postkommunistische Land der Welt, in dem eine Heirat zwischen gleichgeschlechtlichen Menschen möglich wird. Der Initiative einer Ehe-Öffnung, welche durch einen Vorstoß der oppositionellen Linken und mit der Unterstützung der liberalsozialen Regierungspartei zustande kam, wurde jedoch noch in den  Tagen danach auf die Probe gestellt: das slowenische Oberhaus musste über die Gesetzesänderung abstimmen und hätte das Parlament durch ein Veto zu einer erneuten Abstimmung zwingen können. Das Oberhaus entschloss sich aber mit 23 zu 14 Stimmen gegen ein solches Veto.

Kurz nach der Abstimmung im Parlament hatte die „Koalition für Kinder“ mit etwa 80.500 Unterschriften ein Referendum gegen die Ehe-Öffnung beantragt. Das slowenische Parlament entschied jedoch am 28. März 2015, die Petition aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht zuzuslassen.

Deutschland: Eine Mutti, die sich noch schwer tut und #EheFuerAlle

In Deutschland gibt es seit 2001 die Möglichkeit, als gleichgeschlechtliches Paar eine Lebenspartnerschaft einzugehen. Diese Partnerschaft wird allerdings als Ehe-Light verstanden und ist in wesentlichen Merkmalen nicht mit der Ehe gleichgesetzt, so zum Beispiel bei der Adoption (mit Ausnahme der Stiefkindadoption) oder der berufsständischen Versorgung.

In den Wochen vor dem irischen Referendum war die Gleichstellung von hetero- und homosexuellen Paaren bereits in der Diskussion. So zum Beispiel hat der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, noch vor zwei Wochen während einer Bundespressekonferenz darauf hingewiesen, dass eine „Gleichbehandlung von Homo- und Heteropaaren kein Projekt dieser Bundesregierung“ sei. Eine vollständige Gleichstellung von Ehe und Lebenspartnerschaft wird in dieser Legislaturperiode auf keinen Fall kommen, da der Koalitionsvertrag dies nicht vorsehen würde. Dieser Intervention voraus ging eine Antwort des Bundesjustizministers Heiko Maas (SPD) auf eine kleine Anfrage der Grünen, in der es hieß, dass das Grundgesetz eine Ehe-Öffnung verbieten würde. Er selbst veröffentlichte am selben Tag später ein persönliches Statement in den sozialen Netzwerken, in dem er sich wieder für die Ehe-Öffnung aussprach und der Meinung war, dass eine Grundgesetzänderung nicht zwingend notwendig sei. Dies zeigt, dass es innerhalb des Justizministeriums zwischen Beamten und Minister unterschiedliche Auffassungen über die Auslegung des Grundgesetzes und der Ehe-Öffnung an sich gibt. Es zeigt aber auch überdeutlich, wie schwer ein Vorwärtskommen auf diesem Gebiet zwischen den Koalitionspartner CDU/CSU und SPD ist.
Während andere Länder die Ehe öffnen, sträubt sich Kanzlerin Merkel gegen eine konsequente Aufwertung der Lebenspartnerschaft und denkt noch nicht einmal an eine Diskussion über die Ehe-Öffnung. Auch wenn es einige wenige Unions-Politiker gibt, die eine Ehe-Öffnung befürworten, so tut sich die Mutti doch noch sehr schwer mit dem Thema. Ihre Position hat sich seit dem Bundestagswahlkampf 2013 nicht verändert.

Geradezu zynisch mutet dann der Kommentar Seiberts an, welcher in der gestrigen Bundespressekonferenz berichtete, dass die Bundeskanzlerin sich über den großen Schritt freut, dass mit der Annahme des Gesetzesentwurfs zur „Bereinigung des Rechts der Lebenspartner“ auf eine Beendigung der Diskriminierung in allen gesellschaftlichen Bereichen weiter hingearbeitet wird. Analysiert man diesen Gesetzesentwurf, so bemerkt man, dass lediglich 23 von insgesamt 150 Ungleichheiten in 54 Gesetzen beseitigt werden. Ein großer Schritt sieht anders aus!

Dennoch: die Nachricht über das überwältigende Resultat aus dem katholischen Irland schwabbte wie ein Tsunami auf das europäische Festland über. In Deutschland ist seither so etwas wie eine Aufbruchstimmung zu registrieren. Viele Leitartikel befassten sich mit dem Votum und attestierten der eigenen Regierung unverständliches Festhalten an Traditionen, wo die Gesellschaft doch schon längst viel weiter ist. Mit einer Berichterstattung sowie einem grandiosen Kommentar der Tagesschau wurde die Debatte weiter befeuert.

Inzwischen sind eine Vielzahl an Initiativen wie Pilze aus dem Boden geschossen. Hervorzuheben wären hier zwei Online-Petitionen, welche in kürzester Zeit auf 16.800 (Openpetition.de) und 16.000 (Change.org) Unterstützer kommen, gefolgt von der erst vor ein paar Stunden online gegangenen Petition von Campact! und dem LSVD mit beachtlichen 16.000 Unterzeichner (Stand: 28.05.2015 um 17.30). Der Hashtag #Ehefueralle hat es in den vergangenen 48 Stunden auf den dritten Platz der deutschen Twitter-Trends geschafft.

Das Thema #EheFuerAlle scheint in diesen Stunden eine Eigendynamik zu entwickeln, die hoffen lässt.

Länder Im überblick:

Eine Eheschließung ist in folgenden Staaten möglich bzw. beschlossen worden:

  • Niederlande (seit 2001)
  • Belgien (seit 2003)
  • Spanien (seit 2005)
  • Kanada (seit 2005)
  • Südafrika (seit 2006)
  • Norwegen (seit 2009)
  • Schweden (seit 2009)
  • Portugal (seit 2010)
  • Island (seit 2010)
  • Argentinien (seit 2010)
  • Dänemark (seit 2012)
  • Brasilien (seit 2013)
  • Frankreich (seit 2013)
  • Uruguay (seit 2013)
  • Neuseeland (seit 2013)
  • Vereinigtes Königreich (seit 2014)
  • Luxemburg (seit 2015)
  • Finnland (tritt 2017 in Kraft)
  • Slowenien (vom Parlament beschlossen)

Homo-Ehe kontra #Ehefueralle

Immer wieder liest man in Überschriften und Artikeln von einer „Homo-Ehe“. Auch wenn schon viel zu oft darauf eingegangen wurde, möchte ich noch einmal kurz auf den Unterschied hinweisen. Während man bei der „Ehe-Öffnung“ bzw. der „Ehe für alle“ (die ihren Ursprung im französischen „Mariage pour tous“ hat) von einer Reform des gültigen Eherechts spricht, unterscheidet der Begriff „Homo-Ehe“ zwischen „Hetero-Ehe“ und einer alternativen Institution für gleichgeschlechtliche Paare, was den Schluss zulässt, dass es sich um zwei verschiedene Gesetze handelt.

Im Sinne einer Gleichbehandlung sollte es jedoch nur ein Gesetz für alle geben. In vielen Ländern ist für eine Ehe-Öffnung lediglich nur eine Gesetzesänderung nötig, da diese Gesetze die Ehe traditionell als „Bund zwischen Mann und Frau“ bzw. als „Bund zweier Partner unterschiedlichen Geschlechts“ definieren.

 

Im meinem nächsten Beitrag möchte ich auf die Schlusslichter Europas eingehen.

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Projet „Community 2.0″: Fräiwëlleger gesicht!

Am Kader vun engem Projet, deen ech den Ament fir Rosa Lëtzebuerg ausschaffen, sichen ech no Fräiwëlleger, déi a Form vun engem Interview matmaache wëllen.

Community 2.0: ëm wat geet et?

Mam Akraafttriede vun der Gesetzesreform iwwert d’Bestietnes- an d’Adoptiounsrecht ass op ee Schlaag déi gréissten Ongläichbehandlung tëscht hetero- an homosexuelle Koppelen opgehuewe ginn. Selbstverständlech bleiwen am LGBTI+ Beräich nach vill Schanteger, ewéi zum Beispill d’Bluttspenden oder ganz generell de riisen Dossier mat de Belange vun Trans-Leit etc., bestoen.

Fir déi schwul-lesbesch Communautéit dierften elo awer rosa Zäiten bevirstoen. Dëst ass fir Rosa Lëtzebuerg e Grond, fir e Bléck nohannen, op d’Wuerzelen vun der Community zu Lëtzebuerg ze geheien, den aktuellen IST-Zoustand ze diskutéieren an no vir an d’Zukunft ze kucken. Virun dësem Hannergrond wäerte mir am Hierscht 2015 eng Table Ronde organiséieren, wou mer mat verschidde Leit iwwert d’Community zu Lëtzebuerg schwätze wëllen. D’Zil vun dëser Table Ronde soll et sinn, ze kucken, wat haut dës Dags de Besoin vun LGBTI-Leit zu Lëtzebuerg sinn.

Fir dës Table Ronde virzebereeden, brauche mer iech!
Ech sichen an deem Zesummenhang Fräiwëlleger, déi a folgend Profil passen:

  • Du bass schwul / lesbesch / bi / transident
  • du wars an der Vergaangenheet bannend der Community / Szene aktiv (z.b. bei Rosa Lëtzebuerg, Kollektiv Spackelter, Rosa-Lila etc.)
  • du hues d’lëtzebuergesch Szene besicht (Chez Mike, Pyramide, Monkeys etc.)
  • du hues eng Meenung (egal op positiv oder negativ) zu der Szene zu Lëtzebuerg & am Ausland

Wéi kann ech matmaachen?

Wéi uewen erkläert, geet et drëms, fir en Interview opzehuelen. Aus dësem Interview kënnen dann eenzel Aussoen an Témoignagen, während der Table Ronde ageblend ginn, fir esou d’Podiumsdiskussioun méi interaktiv ze gestalten an d’Iwwerleedungen vun deem engen op dat anert Thema ze erméiglechen.

Wanns de interesséiert bass, da giff ech mech freeën, wanns de dech ënnert andy.maar@rosa-letzebuerg.lu giffs mellen.

 

 

Kloertext: LGBT-Rechte in der Ukraine – Ein Jahr nach Maidan

Ich wurde vom Journal gebeten, eine in etwa 3000-Zeichen große Übersicht über die aktuelle Situation von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und transidenten Menschen in der Ukraine zu geben. Hier die knappe Zusammenfassung der aktuellen Lage vor den Toren der EU:

Ende November 2013 weigerte sich der damalige Präsident Janukowitsch, das Assoziierungsabkommen mit der EU zu unterzeichnen. Die Protestmärsche, die in den von der westlichen Presse als Euromaidan bezeichneten Aufständen gipfelten, waren die Folge. Unter den vielen Demonstranten waren auch LGBT-Gruppierungen, welche sich von einer westlich geprägten Zukunft mehr Akzeptanz versprachen. Wie sieht die Ukraine nun ein Jahr später aus?

Vor nicht einmal vier Wochen fand mit dem Molodist Filmfestival eins der wichtigsten Events der ukrainischen Filmbranche statt. Während einer Vorstellung im Rahmen der LGBT-Filmreihe dieses Festivals, kam es zu Krawallen. Das Zhowten-Kino wurde dabei in Brand gesteckt. Zwei Tage später besetzten bewaffnete Uniformierte ein Kino und forderten die sofortige Beendigung der Filmvorführung. Es handelte sich hierbei um Mitglieder des Rechten Sektors, einer paramilitärischen Einheit, welche von der Front in der Ost-Ukraine zurückkamen, sich selbst nun als Helden feiern und in der Hauptstadt für den Erhalt der „nationalen Werte“ kämpfen, notfalls auch mit Gewalt.
Laut LGBT-Organisationen wäre die Zunahme von homophoben Tendenzen und eine erhöhte Gewaltbereitschaft gegenüber dieser Minderheit in den vergangenen 12 Monaten spürbar angestiegen. In den Folgen der Maidan-Bewegung entstand ein Chaos, das sich nun rechte Gruppierungen zunutze machen.
In der von Separatisten ausgerufenen Volksrepublik Donezk unterdessen verbietet man in der im Juli erlassenen Verfassung nun

nicht nur „pervertierte Formen des Zusammenlebens gleichen Geschlechts“, man will diese auch gesetzlich verfolgen. Bisher liegen ukrainischen LGBT-Organisationen allerdings noch keine Berichte vor, dass Personen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung strafrechtlich verfolgt wurden. Es bleibt jedoch zu Befürchten, dass dies nur eine Frage der Zeit sein wird.

In Kiew jedenfalls ist ein Anstieg an Flüchtlingen aus den Ost-Regionen zu verzeichnen. Büroräumlichkeiten von Organisationen müssen momentan als provisorische Zuflucht dienen.

Politische Parteien tun sich im Augenblick ebenfalls recht schwer mit diesem Thema: unter den sechs ins Parlament gewählte Parteien, machen sich Fünf für einen EU- und NATO-Beitritt stark. Allerdings ist es allein die Partei des Präsidenten Poroschenko, die sich für den Kampf gegen die Diskriminierung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und transidenten Menschen einsetzen möchte. Wie ernst dies aber gemeint ist, wird sich noch zeigen. Der Kiewer Bürgermeister, kein geringerer als Vitali Klitschko, hat sich schon dezidiert dagegen ausgesprochen, sich mit seiner Partei UDAR, welche dem Poroschenko-Block angehört, im Kampf für LGBT-Rechte einzusetzen. Die Lage bleibt weiterhin unübersichtlich.

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Byebye Onscholdsvermutung?

An de leschte Wochen hu sech vereenzelt Membere vun déi Gréng mat Onversteesdemech doriwwer geäussert, datt Bierger sech nach kuerz virum Vote  vun engem Gesetzestext abrénge wëllen[1] an elo, wou een dat virum Virstelle vum Text maache wëll, ass et och net gutt.

Konkret geet et hei also em d’Annonce vum Nohaltegkeetsministère, e Gesetzestext auszeschaffen, mat deem ee sech d’Méiglechkeet gëtt, fir engersäits fix an anerwärts mobil Radarsanlagen anzesetzen souwéi bestëmmten Streckenofschnëtter mat der sougenannter „Section Control“ ze iwwerwaachen. Besonnesch de leschte Punkt hu mir als Pirate kritiséiert. Och wa Radaren net onbedéngt d’Allheilmëttel schlechthin sinn, sou droën dës sécherlech zu enger Berouegeung vu geféierleche Plaze bäi. Et muss een awer mam Fakt liewen, datt bei Verschiddenen eng méi héich Duerchschnëttsgeschwëndegkeet vir an no de Radarstanduerter antriede kann. Dëst Phänomen kenne mer jo schon bei den Iwwerwaachungskameraen op den ëffentleche Plazen an der Stad, wou sech d’Geschéien op d’netiwwerwaachte Plazen an der Noperschaft verlagert huet.

Wat ganz einfach falsch ass, ass de Verglach vum Här Bausch, deen d’Section Control als eng Zort automatiséierte Polizist duerstellt. Fir de Prinzip vun der automatiséierter Streckeniwwerwaachung ze erkläeren, muss een et sech esou virstellen: op enger bestëmmter Streck ginn zwou Kameraen installéiert. Wann en Auto, Camion o.ä. elo an dëse Beräich erafiert, gëtt eng Foto gemaach, ganz egal op en dat ze séier oder mat ugemiessener Geschwëndegkeet gemaach huet. Op dëser Foto ass dann d’Nummereschëld souwéi de Fuerer ze erkennen. Um Enn vun deem Abschnitt gëtt dann nach eng Foto geholl. Dono gëtt den Zäitënnerscheet berechent, deen de Fuerer vun der éischter bis zur zweeter Foto gebraucht huet. Ass déi iwwert dem erlabten Duerchschnëtt, sou ginn d’Fotoen strofrechtlech relevant an un déi entspriechend Instanzen virugeleet. Am Fall wou een awer mat der erlabter Zäit doduerch gefuer ass, sollen déi Fotoen nees geläscht ginn. Wéi dës Läschung ausgesäit (spréch wéi definitv an a welchem Zäitraum) ass bis zum jetzegen Zäitpunkt nach net gewosst. Éier se geläscht gëtt, muss se awer onweigerlech op opmannst engem Rechner stockéiert ginn, fir déi Analys iwwerhapt maachen ze kënnen.

De Problem bei dësem Virgang ass ganz einfach deen, datt jiddwer Automobilist schon direkt ënner Verdacht steet, e potenziele Raser ze sinn. Jiddwereen, deen an dësen Streckenabschnëtt erafiert, gëtt fotograféiert. Och wann d’lëtzebuergesch Dateschutzkommissioun an dësem System keng Bedenken umellt, sou kann een als Mënsch, deem de Schutz vun de Perséinlechkeetsrechter vu jiddwer Eenzelnem um Häerz läit, nëmme géint dës Methoud sinn. Et kann net sinn, datt jiddwereen direkt emol ënner Generalverdacht gestallt a réicht no enger systematescher Kontroll d’Onschold bewise gëtt. Gëtt dësen Agrëff an d’Perséinlechkeetsrechter fir vertrietbar gehalen, ass et sécherlech nëmmen eng Fro vun der Zäit, wéini mer iwwert d’Fro diskutéieren, op mat dësen Anlagen och kontrolléiert dierf ginn, op e Gefier korrekt ugemellt ass etc.

Ganz onpassend an enttäuschend fannen ech niewebäi och, datt de Pirate virgeworf gëtt, e wichtegt a sensibelt Thema ze benotzen, fir d’Sécherheet géint Dateschtuz auszespillen.
No dëser Formuléierung beschläicht een de Verdacht, datt et ëmgedréint ass: mat Totschlag-Argumenter gëtt versicht, de gliesene Bierger Stéck fir Stéck duerchzesetzen, nom Prinzip „der Zweck heiligt die Mittel“. An dat vun enger Partei, déi direkt d’Vorratsdatespäicherung ofsetzen, Datespuersamkeet duerchsetzen a sech fir méi Schutz vun de Perséinlechkeetsrechter asetze wollt, soubal se Regierungsverantwortung huet. D’Piraten hu ni gesot, datt eis d’Stroossesécherheet net wichteg wier, mir plädéiere dofir fir méi Policepräsenz um Terrain.

[1] http://manuelhuss.wordpress.com/2014/07/26/petitioune-laanscht-dorganiseiert-zivilgesellschaft/

Haut gëtt lëtzebueresch LGBT-Geschicht geschriwen!

Haut gëtt an der Chamber d’Gesetzesreform vum Bestietnes- an Adoptiounsrecht gestëmmt. Datt dësen Dag e Meilesteen an der lëtzebuergescher LGBT-Geschicht ass, dierft wuel méi wéi kloer sinn. Grond fir mech, déi lescht Joeren nach eng Kéier Revue passéieren ze loossen.

Am September sinn et 7 Joer hir, datt de Laurent Boquet an ech zesummen d’Initiativ „…och fir eis!“ gegrënnt hunn. Ab dësem Zäitpunkt huet also mäi politescht Engagement ugefaangen. Well zu dësem Zäitpunkt d’Debatt ëm d’Opmaache vum Bestietnes fir gläichgeschlechtlech Koppelen zënter laangem verstommt war, hu mir decidéiert, aktiv ze ginn. Duerch eng Rëtsch Aktiounen, wéi zum Beispill Info-Stänn an der Stad an zu Esch hu mir Ënnerschrëfte gesammelt, mam Zil, déi politesch Responsabel dozou ze bréngen, sech dësem Thema nees unzehuelen.

No enger Zäitche krute mir do d’Ënnerstëtzung vu Rosa Lëtzebuerg, nodeems den deemolege Comité bis dohinner eng méi zréckhalend Ëffentlechkeetsaarbecht virgezunn hat. D’Konsequenz aus enger Zesummenaarbecht war dunn de Gaymat 2009, deen ënnert dem Titel „Gaymat, och fir eis!“ stattfonnt huet. Ë. a. duerch d’Ëffentlechkeetsaarbecht vun …och fir eis! a Rosa Lëtzebuerg ass d’Thema ëm d’Bestietnes ee méi grousse Punkt am Walkampf 2009 gewierscht.

No de Walen, aus deenen eng Neioplag vun enger CSV-LSAP-Leeschtung ervirgaangen ass, hu sech dës Parteien d’ambitionéiert Zil gesat, d’Reform vum Bestietnesrecht, deemols nach ouni eng direkt drugekoppelt Adoptiounsreform, bis Enn vun der Legislatiounsperiod duerchzesetzen. An der Folleg huet de François Biltgen en éischte Gesetzesprojet preparéiert.

Als Reaktioun op d’Petitioun, déi mer am Februar 2010 dem deemolege Chamberspresident Laurent Mosar iwwergin haten, goufen d’Partnerorganisatiounen „…och fir eis!“, Rosa Lëtzebuerg an d’Chamberskommissioun invitéiert, nodeems mir zesumme mat TGL en Avis zum Gesetzesprojet ausgeschafft hunn. Eng Entrevue tëscht Vertrieder vu Rosa Lëtzebuerg an TGL mam Justizminister Biltgen huet sech deem ugeschloss. Weider Konsequenzen aus dësem Treffen waren awer net de Fall. Den deemolege Justizminister ass bei sengem Projet bliwwen, mat deem en d’Bestietnes wuel opmaache wollt, d’Adoptioun awer getrennt behandlen an hei och just d’Adoption simple reforméiere wollt.

Während e puer Joer huet een dann net méi vill vun deem Gesetzesprojet héieren. Et koum en Avis zum Staatsrot, da vum Ombudscomitée fir d’Rechter vum Kand. E bedeitende Schrëtt war dann de Virstouss vum Biltgen senger Nofolgerin um Stull vum Justizministère, dem Ocatie Modert.  Dëst huet eng ganz Rei Leit iwwerrascht. E Gesamtpackage aus Reform vum Bestietnes an d’Méiglechmaache vun Adoption simple an Adoption pléniere fir gläichgeschlecht Koppelen war elo am Gespréich… a wier villäicht am Ament scho gestëmmt, wann et net Neiwalen dotëscht komm wieren.

Déi nei Regierung huet dëse Projet dann an d’juristesch Chamberskommission bruecht, wou dëse virun dräi Wochen ugeholl gouf. Ab dem Mëtteg, dierft Lëtzebuerg dat 10. Land an der EU sinn, an deem beim Bestietnes- an Adoptiounsrecht keng Ongläichbehandlung tëscht Heterosexuellen an LGBT-Koppelen méi besteet.

Firwat e Sonndeg d’Pirate wielen?

Jojo, zouginn, fir e lëtzebuergeschen Deputéierten an d’Europaparlament schécken ze kënnen, brauche mer ronn 14% vun de Stëmmen, wat grad fir eng nei a virun allem méi kleng Partei wahnsinneg schwiereg ass. Mir schléissen also e lëtzebuergescht Pirate-Mandat aus. An awer ass eng Stëmm fir d’Piratepartei keng verluere Stëmm!

Mir trieden dës Kéier fir d’zweet bei Walen un. Nodeems mer am Oktober bal ronn 3% vun de Stëmme kruten, hu mir ville Leit bewisen, datt et tatsächlech e Grond gëtt, wisou esou vill Leit eis hir Stëmm ginn hunn. Eis Käerthemen sinn Transparenz vum Staatswiesen, eng Demokratiséierung vu staatlechen Institutiounen, méi Biergerbedeelegung an e radikalen Ofbau vun diskriminéiernd Bestëmmungen. Ween awer mengt, datt dat national Fuerderunge sinn, deen iert!

D’Pirate verstinn sech, wéi soss keng aner Partei, als eng international Beweegung. Enstanen aus engem Mouvement eraus, dee sech am Ufank mat Netzpolitik, Copyrightreform an ähnleches beschäftegt huet, wësse mir méi wéi anerer d’Virdeeler vun de modernen Technologien ze schätzen. Mam Internet, enger Technik déi d’Kommunikatioun weltwäit revolutionéiert huet, ass eis Welt méi zesummegewuess. Grenze si just nach historesch Linnen, Staaten kënschtlech Konstrukter.

D‘europäesch Integratioun, e Projet deen op enger wirtschaftlecher Gemeinschaft mat selbstverständlech och sécherheetspoliteschen Hannergedanke fousst an deen no an no zu enger politescher Unioun ginn ass, ass mat eng vun de bedeitensten Evenementer an der Geschicht vum Kontinent. Während elo a ville Länner ëmmer méi europaskeptesch Stëmmen hoart ginn, stinn d’Piraten  uechtert Europa hannert dësem groussartege Projet.

Selbstverständlech muss een och vill vun de Kritike héieren a verstoen. Historesch gewuess, enstanen duerch Kompromësser tëscht den Nationalstaaten, hu mir haut e bürokratesch Monster „Bréissel“ geziicht. Mir trieden dofir dëse Sonndeg un, fir grondleeend Reformen ze fuerderen. Mir stinn an fir e staarkt EU-Parlament, dat ë.a. d’Initiativrecht muss kréien, d’Méiglechkeet also, selwer Gesetzesproposen ze maachen. Mir wëlle gäer eng demokratesch gewielte Kommissioun, déi an noer Zukunft ënnert dem Zil vun engem föderalen Europa zu enger Regierung ënnert der stänneger Kontroll vum Parlament ausgebaut soll ginn. Kommissaren musse gewielt an net vu Regierungen bestëmmt ginn. De Kandidat fir de Kommissiounspräsident muss an all Land um Walziedel stoen. Weder d’Kommissioun nach aner Institutiounen dierfen jeemols nach eng Kéier e Blankoscheck kréien, fir hannert zouenen Diren Vertreeg mat anere Staaten auszehandlen. Biergerbedeelegung muss ëmmer méiglech sinn a soll Alldag ginn!

Fir dem Usproch vun enger fairer, biergernoer an demokratescher Unioun gerecht ze ginn, wëlle mer Biergerbedeelegung zu all Ament méiglech maachen. D’europäesch Biergerinitiativ muss also konsequent ausgebaut ginn. Fir datt dëst iwwerhapt klappe kann, mussen d’Bierger informéiert ginn. All d’Dokumenter mussen ëffentlech zougänglech sinn, soufern se net d’Recht op Privatsphär vun Eenzelnen betreffen. Mir brauchen eng staark Stëmm fir Europa an der Welt, dofir wëlle mer aus dem europäeschen Baussebeoptragten e richtegen europäeschen Ausseminister maachen.
Mat enger gesamteuropäescher Truppestäerk vun 2,2 Millioune Mann, déi net nëmmen ënnerscheedlech ausgebild sinn mee och dat ënnerscheedlechst Material benotzen, si mir mat groussem Ofstand déi stäerkste Sträitkraaft op der Äerd. Wëlle mer dat? Mir si fir eng Fusioun vun den eenzelnen Arméien souwéi enger Vereenheetlechung vu Material an Ausbildung. Duerch eng zentral Koordinatioun léisst sech vill Material a Budget aspueren.

Zum Schluss verdeedege mir d’Grondrechter, déi fir all Bierger gëlle muss! All Mënsch ass d’selwecht vill wäert an muss déi selwecht Chancen hunn, onofhängeg wou e wunnt! Mir sollten ophalen, an eisem nationale Klein-Klein ze denken an eis als Europäer spieren an d’Virdeeler vun eiser Unioun endlech schätze léieren.

Firwat also elo d’Pirate wielen? Ma fir allen ze weisen, datt et Leit zu Lëtzebuerg an an aner Länner gëtt, déi fir e progressivt Europa sinn. Och wa mir dës Kéier keen Deputéiertenmandat kréien, sou ginn et an aner Länner awer e puer Mandater. Zesumme mat deenen kënne mir awer nach vill erreechen! Fir ze weisen, datt méi Demokratie an Transparenz net nëmmen méiglech mee och gewollt gëtt. An mat vill Chance mierken aner Parteien och, datt et Leit ginn, déi eis Visioun deelen an inspiréieren sech un deenen Iddien!

D’Konzept vu Vollzäitbeschäftegung muss laangfristeg iwwerduecht ginn… mäi Pro zum Grondakommes

Ech hat d’Chance, am Journal vum 9. Mee an engem Pro & Contra ze erklären, wisou d’Bedéngungslost Grondakommes och op europäeschen Niveau fir eis esou wichteg ass. Hei mäin Pro:

Für uns Piraten steht das Recht auf eine sichere Existenz und auf gesellschaftliche Teilhabe an oberster Stelle. Wir müssen jedoch der Realität ins Auge schauen: Firmen investieren in technische Entwicklungen, um günstiger und schneller produzieren zu können. Bei einem immer größeren Bevölkerungszuwachs können wir auf Dauer keine 40-Stunden-Jobs für jeden garantieren. Das Konzept der Vollzeitbeschäftigung muss bald überdacht werden. Es gibt viele Menschen, die im Benevolat, in karitativen Organisationen oder als Kunstschaffende aktiv sein möchten, dies aber neben dem lebensnotwendigen Lohnerwerb nur sehr eingeschränkt sein können. Da das Angebot an Arbeit nicht im selben Umfang ansteigen kann, werden solche Engagements unserer Meinung nach für die Gesellschaft immer wichtiger. Diese gilt es zu ermöglichen und zu unterstützen. Eine so ambitionierte Idee wie die des bedingungslosen Grundeinkommens ist jedoch ohne weiteres nicht umsetzbar, deshalb wollen wir als Zwischenetappe einen europaweiten Mindestlohn, der regional an die dortigen Gegebenheiten wie Mieten, Löhne usw. anpasst ist.

2014-05-09_Journal_Pro&Contra_Grondakommes

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