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Die Crux mit den sozialen Medien – Wenn Redings Maus zu rutschig wird…

Nachdem dem Podcast- und Blog „Angscht a Schrecken“ aufgefallen war, dass sich die ehemalige Vizepräsidentin Viviane Reding mit einem Like besonders in die Nesseln gesetzt hatte, wurde ich vom Journal um einen Kommentar gebeten:

Der Umgang mit der Öffentlichkeit, speziell mit den nicht mehr ganz so jungen sozialen Medien, scheint im Jahr 2016 immer noch nicht bei vielen Personen des öffentlichen Lebens ins Blut übergegangen zu sein.

Eigentlich noch im selbstverordneten „digitalen Detox“ befindlich, lieferte so am vergangenen Wochenende die ehemalige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Viviane Reding, zu deren Ressorts Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft gehörten, ein gutes Beispiel.
Wie der Podcast „Angscht a Schrecken“ herausfand und auch prompt öffentlich kritisierte, schien Frau Reding bei einem geschmacklosen Kommentar eines Artikels „auf der Maus ausgerutscht zu sein“. Der Autor des besagten Kommentars freute sich, dass wir 2018 den geldsüchtigen PD-Staat los wären. PD deswegen, „weil das ja das erste Gesetz war, welches gewählt worden war“, so der Autor weiter. Er würde sich wieder auf ein „Gesundes Land“ freuen. Man braucht nicht lange zu analysieren, um zu verstehen, dass dieser Text tatsächlich von PD’s spricht (französisch für „pédophile“, vorwiegend aber auch als Beleidigung für homosexuelle Männer gebräuchlich).

Zwei Tage später reagierte die Europaabgeordnete auf die Kritik, via Statusmitteilung über ihre öffentliche Facebook-Fanpage. Doch wer jetzt an eine Entschuldigung oder etwas Ähnliches gedacht hat, wurde enttäuscht. Sie hätte beim Überfliegen des Kommentars „DP-Staat“ gelesen und dies geliked, ohne zu erkennen, dass es sich um eine homophobe Aussage gehandelt habe und sehe sich nun als Opfer einer Drumpf-ähnlichen Rufmordkampagne von Aktivisten.

Man könnte ihr natürlich zugutehalten, dass sie in der Eile tatsächlich DP-Staat verstanden habe, bedenkt man die französische Abkürzung für „parti démocrate“, doch dies ließe den Schluss zu, dass sie im harmlosesten Fall eifrig ihre Fans mit einem Like belohnt, ohne die Kommentare überhaupt richtig gelesen zu haben. Ihr Post wurde in französischer Sprache verfasst, um so die Plausibilität ihrer Rechtfertigung zusätzlich zu unterstreichen. Schlimmstenfalls war ihr der Sinn der Botschaft aber durchaus bewusst und mit einem Like sollte so ein konservativer Wähler gebauchpinselt werden.
Ihrer Verdienste der letzten Jahre wegen, sträube ich mich jedoch zu glauben, dass eine Viviane Reding auf einer öffentlichen Plattform um die Gunst von Wähler hinter solch primitiven Aussagen buhlt oder gar deren Meinung teilt.

Wie dem auch sei. Als ehemalige Kommissarin müsste ihr bewusst sein, wie ernst das Thema Homo-, bi- und Transphobie immer noch ist. Als Mitglied des Europäischen Parlamentes dürfte ihr so auch nicht entgangen sein, wie sich das gesellschaftspolitische Klima z.b. in den östlichen EU-Mitgliedstaaten derzeit Zusehens verschlechtert.
Darüber hinaus hat jeder von uns bestimmt schon das eine oder andere Mal einen Post geliked oder geshared, ohne sich die nötige Zeit genommen zu haben, um ihn richtig durchzulesen. Es wäre also keine Schmach für eine gestandene Politikerin, dies zuzugeben und sich dafür zu entschuldigen.

Die Kritik aber in eine Rufmordkampagne Drumpf’scher Machart umzudeuten um damit einen eigenen Lapsus zu übertünchen, war die falsche Reaktion. Etwas mehr Fingerspitzengefühl hätte hier notgetan.

Europa sieht sich gefährlicher Zerreißprobe gegenüber

Wieder einmal durfte ich im Lëtzebuerger Journal mit einem Kloertext, einem Gastkommentar also, über meine Überzeugungen sprechen:

„Freude schöner Götterfunken“, so heißt es in Schillers An die Freude, die Beethoven vier Jahrzehnte später als neunte Sinfonie vertonte. Die Europäische Union hat sich aus dieser den letzten Satz zur Europahymne auserkoren. Zwar nur als Instrumentalfassung, aber dennoch sollte das Thema Programm sein für das wohl größte Friedensprojekt der europäischen Geschichte.

Nun ist 2016 nicht mehr viel von dem Pathos der Einigkeit und Brüderlichkeit zu spüren. Nach den fetten Jahren Ende der 90er und Anfang der 00er sieht sich die Europäische Union mit der bisher größten und gefährlichsten Zerreißprobe konfrontiert. In vielen Ländern wie Ungarn und Polen vertreten konservative Regierungen einen immer nationalistischeren Weg und selbst in Gründungsländer wie Frankreich und Deutschland ist ein Aufflammen der Neuen Rechten, befeuert durch die aktuelle Flüchtlingskrise, längst kein Randphänomen mehr.

Gerade in dem Moment, wo die Europäische Union Einigkeit und Brüderlichkeit zeigen sollte, verfallen viele Mitgliedsstaaten wieder in nationalistisches Denken zurück. Während verschiedene Länder Humanität und Nächstenliebe demonstrieren und sich an der Grenze der Belastbarkeit sehen, ziehen andere Grenzzäune hoch oder setzen das Schengen-Abkommen aus, welches die freie Zirkulation innerhalt der EU garantiert. Es gibt mittlerweile ein Europa der zwei Richtungen. Stärkster Ausdruck dessen sind die Zusammenkünfte der sechs Gründungsländer Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden auf der einen Seite, sowie das Visegrád-Treffen zwischen Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn auf der anderen Seite. Die Positionen beider Gruppen könnten kaum weiter auseinander liegen und werden das Finden von Lösungen kommender Herausforderungen zusätzlich erschweren.

Nun bereitet man sich in Brüssel auf das Schlimmste vor. Sollte Griechenland, welches für viele Vertriebene als Hauptzugang zur EU angesteuert wird, seine Grenzen nicht besser schützen können, könnte eventuell das Schengen-Abkommen europaweit ausgesetzt werden, doch nicht nur für 6 Monate, so wie es die Verträge vorsehen, sondern bis zu 2 Jahren.
Blicken wir der Realität ins Auge: ab dem Tag an dem die Schlagbäume uns wieder voneinander trennen, und sei es nur durch stichprobenartige Grenzkontrollen, ist die europäische Idee gescheitert und die europäische Integration auf viele Jahren hinaus undenkbar.

Statt Grenzen bedarf es in dieser Zeit vor allem der Einheit und des Vertrauens. Wir dürfen nicht zulassen, dass die geistige Begrenztheit einiger Weniger weiterhin ihre Übersetzung in tatsächliche Grenzen findet. Wir brauchen eine gesamteuropäische Solidarität und weniger nationalistischer Egoismus. Europa braucht eine handlungsfähige Kommission, die besonders in Krisenzeiten Initiativen zum Wohl aller ergreifen kann. Die EU muss dazu genutzt werden, gesamteuropäische Lösungen zu finden. Es kann nicht sein, dass Einigkeit nur dann ausgelebt wird, wenn man von ihr profitiert und sich dann verweigert, wenn man um seinen eigenen Komfort fürchtet.
Wir müssen uns endlich und vor allem jetzt als Europäer fühlen und uns auch endlich so verhalten.

Erschienen im Lëtzebuerger Journal vom 20. Februar 2016

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Giftiges Blut

Nachdem in Frankreich ab 2016 Blutspenden für homosexuelle Männer – im Prinzip – möglich werden, sind es in Luxemburg noch weite Schritte bis zu einer Lockerung der Spenderkriterien. Das Lëtzebuerger Journal hat mich hierzu um einen Kloertext gebeten:

Die EU steht unter anderem für Vielfalt und Gleichberechtigung. Niemand darf aufgrund seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden. Was sich schön anhört, sieht in der Realität oft anders aus. Derzeit gibt es beispielsweise in 18 der 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ein komplettes Verbot einer Blutspende durch homosexuelle Männer.

Geschuldet ist diese Ungleichbehandlung vor allem einem Klischeedenken über das Sexualverhalten von Männern, die gleichgeschlechtlichen Geschlechtsverkehr praktizieren: Schwule hätten ständig wechselnde Partner und würden dabei besonders oft auf schützende Kondome verzichten.

In der Regel werden jedoch alle potenziellen Blutspender in einem Fragebogen gefragt, ob sie bereits als Mann gleichgeschlechtlichen Geschlechtsverkehr gehabt haben. Für einen Mann, der beispielsweise in einer glücklichen und monogamen Beziehung lebt oder jemand, der vielleicht sogar schon längere Zeit Single ist, ist hier schon Schluss. Man stellt also lieber freiwillig und ehrlich antwortende Menschen unter Generalverdacht und stempelt sie als Risikogruppe ab, anstelle sie nach dem persönlichen Risikoverhalten zu befragen.

In lediglich 6 der 28 EU-Mitgliedsländer gibt es auf dem Gebiet der Blutspende mittlerweile eine komplette Gleichbehandlung zwischen hetero- und homosexuellen Männern. Unter diesen Ländern sind  Portugal, Spanien, Italien, Lettland  und – wer hätte das gedacht – auch konservativere Länder wie Polen und Bulgarien.

Zur Blutspende zuglassen, jedoch erst nach Erfüllung einer sogenannten „Keuschheitsklausel“ sind Schwule in Großbritannien, Schweden, Finnland, Tschechien und Ungarn. In Frankreich und den Niederlanden wird dies ab 2016 auch gelten: Nachdem 2009 ein Franzose vor den EuGH zog und dieser im April 2015 es versäumte, eine klärende Grundlage zum Abbau einer Ungleichbehandlung für die gesamte Europäische Union zu schaffen, löst die französische Regierung nun mit dem Aufheben des Blutspenderverbots nach dem „Mariage pour tous“ ein weiteres Wahlversprechen ein. Allerdings geschieht dies in mehreren Schritten.
So muss der in Frage kommende Blutspender vorerst noch erklären, dass er in den vergangenen 12 Monaten keinen Geschlechtsverkehr mit anderen Männern hatte. Langfristig sollen die Hürden aber komplett fallen.
Einen ähnlichen Weg gehen nächstes Jahr auch die Niederländer. Auch hier sollen Schwule in Zukunft Blut spenden dürfen, ebenfalls erst nach einem Versprechen, die vergangenen 12 Monate keusch verbracht zu haben. Altruismus wird dann doch noch eine Zeit lang mit gewissen Hürden und speziellen Bedingungen bestraft. Eine Gleichbehandlung ist es also noch nicht, aber immerhin schon ein erster Schritt in die richtige Richtung!

In Luxemburg stehe eine solche Änderung jedoch noch nicht auf der Tagesordnung, so der Zuständige Direktor des Transfusionszentrums. Man müsse sich in der nächsten Zeit jedoch einige Gedanken über Konventionen mit unseren Nachbarländern machen. Da jedoch die luxemburgische Gesundheitsministerin Lydia Mutsch bereits vor einem Jahr für ein Umdenken in Richtung „persönliches Risikoverhalten“ geworben hat, sind die Erwartungen hoch, dass sich hier in den nächsten Monaten etwas dahingehend tun wird.

Erschienen im Lëtzebuerger Journal vom 3. Dezember 2015

Projet „Community 2.0“: Fräiwëlleger gesicht!

Am Kader vun engem Projet, deen ech den Ament fir Rosa Lëtzebuerg ausschaffen, sichen ech no Fräiwëlleger, déi a Form vun engem Interview matmaache wëllen.

Community 2.0: ëm wat geet et?

Mam Akraafttriede vun der Gesetzesreform iwwert d’Bestietnes- an d’Adoptiounsrecht ass op ee Schlaag déi gréissten Ongläichbehandlung tëscht hetero- an homosexuelle Koppelen opgehuewe ginn. Selbstverständlech bleiwen am LGBTI+ Beräich nach vill Schanteger, ewéi zum Beispill d’Bluttspenden oder ganz generell de riisen Dossier mat de Belange vun Trans-Leit etc., bestoen.

Fir déi schwul-lesbesch Communautéit dierften elo awer rosa Zäiten bevirstoen. Dëst ass fir Rosa Lëtzebuerg e Grond, fir e Bléck nohannen, op d’Wuerzelen vun der Community zu Lëtzebuerg ze geheien, den aktuellen IST-Zoustand ze diskutéieren an no vir an d’Zukunft ze kucken. Virun dësem Hannergrond wäerte mir am Hierscht 2015 eng Table Ronde organiséieren, wou mer mat verschidde Leit iwwert d’Community zu Lëtzebuerg schwätze wëllen. D’Zil vun dëser Table Ronde soll et sinn, ze kucken, wat haut dës Dags de Besoin vun LGBTI-Leit zu Lëtzebuerg sinn.

Fir dës Table Ronde virzebereeden, brauche mer iech!
Ech sichen an deem Zesummenhang Fräiwëlleger, déi a folgend Profil passen:

  • Du bass schwul / lesbesch / bi / transident
  • du wars an der Vergaangenheet bannend der Community / Szene aktiv (z.b. bei Rosa Lëtzebuerg, Kollektiv Spackelter, Rosa-Lila etc.)
  • du hues d’lëtzebuergesch Szene besicht (Chez Mike, Pyramide, Monkeys etc.)
  • du hues eng Meenung (egal op positiv oder negativ) zu der Szene zu Lëtzebuerg & am Ausland

Wéi kann ech matmaachen?

Wéi uewen erkläert, geet et drëms, fir en Interview opzehuelen. Aus dësem Interview kënnen dann eenzel Aussoen an Témoignagen, während der Table Ronde ageblend ginn, fir esou d’Podiumsdiskussioun méi interaktiv ze gestalten an d’Iwwerleedungen vun deem engen op dat anert Thema ze erméiglechen.

Wanns de interesséiert bass, da giff ech mech freeën, wanns de dech ënnert andy.maar@rosa-letzebuerg.lu giffs mellen.

 

 

Oppene Bréif un den Nohaltegkeetsminister François Bausch

wuelwëssend, datt et de Begrëff vun der ausserparlamentarescher Ufro un e Regierungsmember net gëtt (d’Piraten dëst awer an hirem Walprogramm fuerderen), wëll ech mech mat dësem oppene Bréif als Generalsekretär vun der Piratepartei Lëtzebuerg un Iech adresséieren.

Virgëschter krute mir vun Äerem Ministère d’Permission de Voirie, mat dëser mir ab dem 25. Mäerz Walkampfpublicitéiten laanscht d’Stroossen opstellen dierfen. Mir soen Iech Merci, datt mir dëst elo net nëmme virum Datum maachen dierfen, deen am Walkampfaccord ausgehandelt gouf, mee och virun deem Datum, dee mir bei Iech ugefrot hunn.

Mir sinn allerdéngs iwwerrascht, datt Dir eis resp. de Parteien am Allgemengen verbueden hutt, Panneauen op Luuchtepottoen resp. aner Objeten laanscht d’Stroossen opzehänken, wou et virun engem hallwe Joer fir d’Chamberwalkampagn nach erlaabt war.

Déi besoten Hohlkammerplakater stelle keng Behënnerung vun der Siicht fir Verkéiersteilnehmer duer a ginn no der Walkampfphase vun de Parteien nees agesammelt, sou datt keng Verschmotzung vun ëffentleche Flächen entsteet. D’Material selwer ass recyclebar, soufern se net vun de Parteien fir Archiv- an aner Zwecker versuergt ginn. Äer zwee Koalitiounspartner hunn dës Mëttelen während dem leschte Walkampf selwer och massiv agesat.

Dir wësst sécherlech, datt dëst grad fir kleng Parteien, déi sech exklusiv aus private Spenden finanzéieren, en essentielle Bestanddeel vun hirer Walkampfaarbecht duerstellt, mécht et dach méi wéi dräivéierel vun der Wahrnehmung op der Place public aus.

Et ass ausserdeem ganz einfach falsch, wann Dir um RTL Radio sot, datt eis Partei et net fir noutwenneg fonnt huet, bei dëse Verhandlungen dobäi ze sinn. D’Pirate goufen net emol invitéiert. Dës weideren ass och Äer Ausso falsch, datt kee benodeelegt wier well d’Spillreegele jo fir all d’Parteie gëllen. Falsch, well net all Partei esou en héige Budget huet fir ë.ä. 100 Groussflächen an 200 Daachstänneren anzesetzen, an net all Partei mat bekannte Gesiichter wéi ehemoleg Ministeren an amtéiernd Deputéiert an d’Renne start. Doriwwer eraus hunn e puer Parteien e Budget, deen et hinnen erlabt, zousätzlech Werbezäit op de Fernseh- a Radiostadiounen ze kafen, wat hinnen en zousätzleche Virdeel verschaaft.

Eis ass dann och gëschter d’Informatioun vun engem Verhandlungsteilnehmer zougedroe ginn, datt während de Verhandlungen vum Walkampfaccord, déi just ënnert verschidde Parteien am Geheime stattfond hunn, Stëmmen opkomm sinn, datt Dir dës Walkampfartikelen, eis resp. de Parteien verbidde sollt.

Ech wéilt Iech dofir folgend Froen stellen:

  1. Ass Äer Entscheedung, dëst Walkampfmëttel ze verbidden, duerch den Walkampfaccord vun de 5 gréisste Parteien inspiréiert?
    1. Wa jo, entsprécht et der Wouerrecht, datt Dir iwwert de Verhandlungsdelegéierte vun Äerer Partei esou Suggestiounen oder Fuerderungen aus dem Kreess vun dëse Verhandlungen kritt hutt ?
    2. Wa Neen, op welcher Grondlag baséiert Äer Entscheedung, dëst Verbued de Parteien opzeerleeen, wuelwëssend, datt dës Decisioun verschidde Parteie méi benodeelegt wéi anerer?
  2. Fannt Dir et ugemiess, all d’Parteien zum Anhaale vu (verschiddene) Konditiounen aus engem Walkampfaccord ze zwéngen, egal ob dës bei dësem fräiwëllege Accord matgewierkt an/oder ënnerschriwwen hunn?
  3. Gëtt et d’Méiglechkeet nach, nodréiglech eng Autorisatioun fir dëst Werbemëttel ze kréien, sou datt fir all d’Parteien déi selwescht Reegelen wéi fir d’Chamberwalen am Oktober 2013 gëllen?

 

Mat frëndleche Gréiss,

Andy Maar,
Generalsekretär vun der Piratepartei Lëtzebuerg

Homo-Ehe: Kritik der Kritik der Pro-Argumente

In der Wort-Ausgabe vom 17. März ist eine Kritik über die Pro-Argumente der Homo-Ehe zu lesen. In seinem Artikel, welcher in längerer Fassung auf der Webseite der Zeitung zu finden ist, zählt der Philosophielehrer in Ruhestand, Hubert Hausemer, Argumentklassen auf, welche häufig von Homo-Ehe-Anhänger ins Feld geführt werden  und versucht sie der Reihe nach als nicht stichhaltig zu entlarven.

Die Kritik erscheint anfangs recht sachlich, was eine willkommene Abwechslung darstellt, ist man doch sonst größtenteils religiös motiviertes Contra gewohnt. Bedenkt man die Anzahl der Argumentsklassen, stolze acht an der Zahl, so ist man überzeugt, dass der Autor sich länger mit dem Thema beschäftigt hat und eine objektive Kritik verfasst hat. Ich sollte jedoch enttäuscht werden.

Gleich zu Anfang wirft der Lehrer die zynische Frage auf, woher das plötzliche Verlangen nach einer Ehe und einer Familie rühren würde. Zynisch deshalb, da jedem klar sein dürfte, dass es noch nicht einmal 15 Jahre her ist, dass Homosexualität noch ein Tabu-Thema war. Dass sich heute viele Jugendliche relativ unbesorgt als das outen können, was sie wirklich sind, ist das Verdienst der ersten Generationen von LGBT-Aktivisten. In ihrem jahrelangen Kampf um Gleichstellung war der PACS, so sinnvoll wie er auch sein mag (immerhin hat dieser seine Vorteile und damit auch eine Berechtigung), nur eine Zwischenetappe. Von einem plötzlichen Verlangen kann also keine Rede sein.

Bei seinem ersten Beispiel versucht der Autor ein gedankliches Akrobatikkunststück um das Argument der Diskriminierung als nicht gegeben darzustellen. Der 1. Artikel der UNO-Menschenrechtserklärung, alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich, wäre nur dann zulässig, wenn sie in einer gleichen Situation sind. Da weder bei der UNO noch im Code Civil nichts näheres über die Ehe zu finden ist, wird der Code Napoleon mit einer Definition aus dem 19. Jahrundert bemüht. Und siehe da, dort ist bloß die Rede von Mann und Frau, ergo sind zwei Männer oder zwei Frauen nicht in  der selben Situation, wenn sie Anerkennung für ihre Liebe wollen. Auch wenn Herr Hausemer das Argument der Liebe nicht gelten lassen will, da es juristisch gesehen keine Relevanz hat, ist es unbestreitbar das Hauptargument!

Da für den Autor Modernität nicht immer etwas positives sein muss, gilt auch das schön hübsch gelehrt klingende Argument der Non-Malefizienz (Es schadet keinem) nicht. Neue Familienformen existieren zwar, müssen jedoch nicht unbedingt „gesetzlich gefördert werden“, da sich alte Familienbilder bewährt haben. Somit wird nicht nur gleichgeschlechtlichen Paaren sondern auch Patchworkfamilien und Familien mit Alleinerzieher als „Ausnahme der Regel“ gebrandmarkt, wobei besonders letztere eine besondere Anerkennung verdienen müssten. Es bleibt zu erwähnen, dass die Rate der Scheidungen ständig zunimmt und Alleinerzieher längst keine Seltenheit mehr sind und es oft nicht einfach haben.

Auffallend oft wird die gleichgeschlechtliche Ehe als Büchse der Pandora dargestellt. Tritt diese einmal in Kraft, ist es nur eine Frage der Zeit bis dass polygame und inzestuöse Paare das gleiche Recht fordern. Der Autor unternimmt den Versuch, die Ehe für Homosexuelle als ein Mittel zum Zweck darzustellen und so das Recht eines Kindes zu bekommen sowie der Verschaffung materieller Vorteile wie Kindergeld etc. Die ist schlicht bösartige Polemik.
Auch wenn viele den Wunsch haben sollten, einem Kind ein liebevolles Zuhause zu bieten, so ist dies keineswegs etwas Schlechtes. Es ist absolut nichts Unnatürliches daran, eine Familie gründen zu wollen.

In einem weiteren Contra-Punkt geht Herr Hausemer auf künstliche Befruchtung und Leihmutterschaft ein.  Künstliche Befruchtung wäre, da nur für heterosexuelle Paare gedacht, etwas negatives, wenn es für gleichgeschlechtliche Frauen-Paare eingesetzt werden würde. Beim Thema der Leihmutterschaft, so hat er ansatzweise Recht, wenn es darum geht, Frauen und ihre Schwangerschaft (besonders unter ausbeuterischen und unsauberen Bedingungen, oftmals gegen ihren Willen) als Dienstleistung zu missbrauchen. Dies passiert aber bereits jetzt schon häufig und ist keineswegs eine Erfindung schwuler Paare oder eine Konsequenz aus der Eheöffnung und sollten somit auch nicht als Teil dieser Diskussion sondern als separates Thema behandelt werden.

Was die Familienformen angeht, so entgeht dem Autor noch eine ganz bestimmte Form von Familie, die sich in anderen Länder bereits sehr langsam etabliert. Schwule und lesbische Paare, welche jeweils den Wunsch haben, einem Kind ein liebevolles Zuhause zu geben, finden sich zusammen und gründen so eine Großfamilie. Auch wenn dies mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die Mehrheit aller LGB-Familen darstellen wird, ist dies eine äusserst solidarische Form des Zusammenleben, in der jeder für jeden  Verantwortung übernimmt und die geschützt werden muss.

In den vergangenen Zwanzig Jahren ist bereits viel darüber diskutiert worden. Die Organisation Rosa Lëtzebuerg lädt seit Gründung im Jahr 1996 aktiv zu einer offenen Diskussion ein. In diesem Jahr feiert die Einführung der eingetragenen Partnerschaft ihr zehntes Jahr. In anderen Länder innerhalb- und außerhalb der EU ist es schwulen und lesbischen Paaren bereits möglich zu heiraten, ohne dass die Welt unterging. Es ist nun Zeit, den nächsten Schritt zu wahren! Mit Klischees kommen wir jedoch nicht weiter.

Bekanntmaachung an eegener Saach…

Ech sinn elo zënter 5 Joer aktive Member bei Rosa Lëtzebuerg a.s.b.l., an och bal esou laang Member vom Conseil d’Administration. Säit elo 2 Joer sinn ech Generalsekretär vun deem Veräin, deen net nëmmen d’Gestioun vum Informatiounszenter CIGALE mécht, mee sech gläichzäiteg fir d’Belange vun LGBT-Leit zu Lëtzebuerg asetzt an awer och op sozio-kulturellem Plang sou munch flotte Projet organiséiert. Welch Projeten bei Rosa Lëtzebuerg grad op der Dagesuerdnung stinn, hänkt vun der Joerszäit of. Sou hu mer all Joers de Gaymat-Festival, deen e gutt dräivéierels Joer am Virraus geplankt gëtt, an wat mer méi no un de Juli rukommen, wat den Aarbechtsopwand sech méi intensivéiert. Et hänkt awer natierlech och ganz staark vun der Dagesaktualitéit of. Sou hate mer an de leschte Woche vill Aarbecht mat der Opkläerung vun der Mënscherechtssituatioun a Russland, dëst hisiichtlech den Olympeschen Wanterspiller zu Sotschi. Hei hunn ech mech als Generalsekretär vill abruecht a war dofir och déi eng oder aner Kéier ëm en Interview gebiede ginn.

Parallel sinn ech awer och zënter 2011 bei der Piratepartei Member vum Parteipräsidium an zënter dem leschten uerdentlechen Kongress Generalsekretär. Wéi mëttlerweil bekannt ass, dierf ech, zesummen mat 5 aneren motivéierten an engagéierten Kolleegen, d’Piraten an d’Walen ëm d’Neibesetzung vum Europäeschen Parlament féieren.

Den Ament hunn ech also zwee mol dat selwescht Mandat an zwou verschiddenen, opmannst zum Deel politeschen Organisatiounen, béides selbstverständlech op bénévoler Basis. Dëst ass fir mech eng onglécklech Situatioun. Och wann ech beméiht sinn, d’Aarbecht fir béid Organisatiounen net ze vermëschen, sou fällt op, datt déi Trennung an der ëffentlecher Wahrnehmung net ëmmer esou evident ass. Aus dësem Grond wollt ech net méi fir d’Amt vum Generalsekretär bei der nächster Assemblée générale vu Rosa Lëtzebuerg untrieden.

Well dës Generalversammlung elo awer net méi um Joeresufank kann ofgehale ginn, mee virraussiichtlech réicht am Abrëll resp. Mee, wëll ech de Poste vum Generalsekretär, grad elo während der Phase vum (Vir-)Walkampf, zur Verfügung stellen. Ech wäert hei och opmannst fir d’Dauer vum EP-Walkampf eng Paus bei der méi politescher Aarbecht vu Rosa Lëtzebuerg huelen, vu datt déi sech an den nächste Wochen och verstäerkt op d’EP-Walen konzentréiere wäert an ech op deem wichtegen Dossier weder eng Beaflossung duerch mech nach e Virdeel dovunner als Pirat wëll hunn.

Welch Alternativen huet d’Reformpartei?

Eis Aktioun, d’adrenalin an d’adr ze verloossen an dëst oppen ze kommuniquéieren schéngt Friichten ze droen. D’Parteispëtzt vun der Reformpartei huet sech wuel zesummesetze mussen fir déi lescht Deeg, Wochen a Méint Revue passéieren ze loossen. Lues a lues gëtt realiséiert, wat sech do iwwert Méint forméiert huet. Leider ze spéit a leider och nëmmen op extremen Drock!

Haut an der Mëttesstonn huet de Roby Mehlen sech och ëffentlech vum Joe Thein distanzéiert, de Jacques-Yves Henckes ass suguer e Schrëtt méi wäit gaangen a wëll, datt esou Leit direkt an ouni Wenn-und-Aber ausgeschloss ginn. Als deejéinegen, dee Méintlaang ëmmer rëm op d’Mëssstänn higewisen huet, begréissen ech déi Entwécklungen natierlech an ech hoffen, datt dës Saachen och konsequent ëmgesat ginn. De Joe Thein ass just ee vun e puer Fäll… (mehr …)

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